Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3122061-3122086--2720-3124128- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
13 erschwert und, wie traurige Erfahrungen aller europäischen Mächte lehrten, so erniedrigend und gefährlich war, musste es geradezu als Bettung begrüsst werden, über einen Freund zu verfügen, der in alle Vorgänge Einblick, von allem Yorbereiteten Ivenntniss hatte. Die Stellung als ausserordentlieher Arzt der Gesandtschaft in Constantinopel, meinte Donat-o, würde das Mittel sein, Conegliano dauernd an das Interesse der Republik zu knüpfen. Am 10. Oktober 1682 konnte ihm bereits angezeigt werden1), dass in Folge der Dringlichkeit seiner Vorstellungen 'die Behörden angewiesen worden seien, Conegliano zu vernehmen und die Unterhandlungen in Betreff seiner Anstellung mit ihm einzuleiten. Am 24. und am 28. November waren darauf die Berichte des Handels- und des Gesundheitsamtes beim Senate eingegangen2), in denen über die Bereitwilligkeit und die vaterländische Gesinnung Conegliano’s nur Eine Stimme war. Nur in Einem hatte man ihn hartnäckig gefunden, das war in dem Widerstande gegen jeden formulirten Anspruch einer Belohnung, die er ganz und gar dem Ermessendes Senates anheimgestellt sehen wollte. Donato hatte darauf aufmerksam gemacht, dass für die Deckung des Ausfalles, den er durch die fortan nöthig werdende Einschränkung seiner Privat־ praxis erleiden würde, von Staatswegen gesorgt werden müsse. Hundert Zecchinen, etwa 2200 Lire, kaum 1000 fl. nach heutiger Währung3), mehr als das gewöhnliche Gehalt eines Arztes der Gesandtschaft4), und 40 Zecchinen für die Verpflegung, die er nicht am Tische des Bailo gemessen werde, waren die vierteljährlich zu beziehende Summe, die als Aequivalent seiner Dienste bestimmt wurde. Er hatte keine Einwendung, nunmehr nur darauf bedacht, so rasch als möglich dem dringenden Rufe Donato’s zu folgen und seinen Zwecken sich zur Verfügung zu stellen. Wohl war 1) Ib. Nr. 4. 2) Ib. Nr. 6 und 7. 3) Vgl. Eeldziige dos Prinzen Engen von Savoyen I. Serie 1. Band p. 670. 0 Jacob Mantino’s Gehalt als Arzt des Consuls von Damaskus betrug 180 Ducaten, s. K aufmann in Bevue des etudes juives XXVII 218. Der Ducato Veneto galt 8 Lire.