Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 2 (28.5.1914)
- Article
- Und ich durchströme...
- Date
- 1914-05-28
- Page
- 120 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Verse von Rudolf Fuchs Der eine spannte sich vor eine hohe Fuhre, ein andrer brüllend hob ein ehern Tor, ein dritter packte eine bunte Hure, und auf den Schober warf er sie empor. Und etliche begannen mich zu höhnen: „Nun, Jakob, Schwacher! Was kannst du? Und wirst du dich bei uns gewöhnen?" (Und Lea sah dem Treiben zu.) Doch eine Stimme brach aus meinem Munde: „Umgrabet dieses nachtumstellte Haus!" Und bald begann es in der Runde, sie hoben schwarzes Erdreich aus. Mich aber trug es zu den Kellerständen — Ein Pfeiler, strebend, stützte ich den Bau und wuchs, die Scholle Labans in den Händen, unendlich in den grauen Wolken tau. Kommt, irre Tropfen Bluts, von Erde trunken, seid wieder eine kleine Weile mein! Der Rasen schauert kühl, bald wird es Abend sein, die Welt zersplittert sich in tausend Funken — Doch in dem ausgesternten Haus geht nur ein Atem ein und aus. Später Gang Wir leben so von Nacht zu Nacht, wir schreiten so von Pol zu Pol. Wir sind von Sternen überdacht, und unsre Schritte wandern hohl. Vom Friedhof winkt ein armer Chor von hundert Lichtern aus dem Tal, lund aus dem Nebelmeer empor taucht Turm und Stadt mit fernem Hall. Was gehen wir für fremden Weg! Du, Weggenoß! Wie bist du fern — Und leider führt zu meinem Stern aus dieser Finsternis kein Steg!