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Die Freistatt · 1914-05-28 · Heft 2 (28.5.1914) · p. 105

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 2 (28.5.1914)
Article
Ökonomische Übersicht
Date
1914-05-28
Page
105 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Ben Mordechai, Oekonomische Uebersicht 105 welche sich mit Landwirtschaft beschäftigen. In Neushitomir er* reicht er 96 Prozent. Ueber die Kolonien im Jekaterinosslawer Gouvernement haben wir spätere Nachrichten, gesammelt 1905—1907 von der ICA. Danach beschäftigen sicW * mit Landwirtschaft im Hauptberuf 831 Familien oder 60,8 0 Nebenberuf _303 p . 22,1 c 1184 82,9 ö/o * Man sieht also, daß in den Kolonien mehr als vier Fünftel aller Familien (die nichtkolonistischen eingerechnet) in der Landwirtschaft tätig waren und diese für die große Mehrheit den Hauptberuf bildet Was die persönliche landwirtschaftliche Betätigung in den Jekaterinosslawer jüdischen Kolonien anlangt, so stellte die ICA folgendes fest: Ausschliesslich mit eigener Kraft arbeiten 31,9 % der Kolonistenfamilien ) hauptsächlich 30,7 % b* mit Anteilnahme der Familienmitglieder 14,9 % ohne Es beschäftigen sichgarnicht mit Landwirtschaft 5,4 0 17,1 % Wer die Bedingungen der Landwirtschaft insbesondere in Siidrußland kennt, weiß, daß fast jeder Landwirt, der ein gröeres Gebiet bebaut, nicht ohne gedungene Arbeitskräfte auskommen kann, namentlich zur Erntezeit. Nur bei einer kleinen Wirtschaft kann man mit der eigenen Kraft ausreichen. Das ist die Erklärung für den Prozentsatz von 31,9 Prozent jüdischer Kolonisten, die ihre Felder vollständig mit eigener Kraft bestellen. Persönlich beteiligt aber an der Feldbestellung sind 77,5 Prozent. Unter den restlichen 22 Prozent, die sich gar nicht mit der Landwirtschaft abgeben oder ausschließlich mit fremder Kraft arbeiten, gibt es nicht wenige, die faktisch kein Möglichkeit zu eigener Arbeit haben — das sind Kolonisten ohne Boden, oder Familien ohne männliche Arbeitskraft. Nach dem Zeugnis aller,, die den Zustand der jüdischen Koloniein untersuchten und Leben und Art des jüdischen Kolonisten aus der Anschauung kennen, beschäftigt sich dieser sehr gerne mit der Landwirtschaft, solange es ihm nur irgend möglich ist. Er hängt am Boden. Eines aber unterscheidet ihrv vom christlichen Bauern, besonders vom russischen, und zwar zu seinen Gunsten. Er beschäftigt sich nämlich nur dann gerne mit der Landwirtschaft, wenn ihm die Erde als Lohn für schwere Arbeit auch wirklich Nahrung schenken kann. Sobald das aber unmög- *) Jewrejsk, zjemljed. etc. p. 55.

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