Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 1 (30.4.1914)
- Article
- Hymnus der Sinnlichkeit
- Date
- 1914-04-30
- Page
- 53 (sequence 2)
- Language
- German
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Verse 53 ruch und Geschmack singen im Verein: Dahin die Harmonie! Wir hüllen In Düfte uns wie in Schleier, Oleich denen, die sich Gläser füllen Zur Kelterfeier, Stecken wir Laub ins Haar, Vergießen des goldnen Weines Flüsse, Verschwenden der Früchte herbstliche Schar. Das prasselt und wirbelt und treibt Wie ein Regen fruchtbarer Genüsse, Der aus Paradiesen niederstäubt. Nichts ist, das nicht die Spuren trüge Eines heiligen Durstes, der nach Höhen geht, Wo Erkenntnis sättigt, und der Engel steht Mit dem Schwert gegen alle Lüge. Die Erde und Mutter der Flüche, Des Todes und der Sünde, Umwand sich heut mit einem Kreuzgewinde Und nahm ein Kleid der süßen Wohlgerüche. - ic Hand singt: Wir fassen uns an, Tasten straffe Brüste und eherne Stirnen. Eisig saust es durch die Himmelsbahn Von nördlichen Bergen und ewigen Firnen. Und dann glühend wie aus einem Herd, Wo sich Metalle massig wälzen, Donnernd zu Wolken zerschmelzen. Wir fassen uns an Und zaudern und suchen den endlichen Zweck: Da braust die Liebe heran Und braust uns hinweg. — — rr Schlußchor singt: Bleiche Schatten spielen, Helle Lichter glühen Hinüber zu den vielen Freuden des Daseins!