Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 1 (30.4.1914)
- Article
- Im Tanzsaal
- Date
- 1914-04-30
- Page
- 49 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3119801-3119814-3119815-3121635--1410-3121728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1 Verse 49 I r kommt aus allen Zonen, wo Größe beglückt und beglückend gipfelt, Ans allen Meeren, über die die> große, flimmernde Sehnsucht der Schiffer geht; I i kommt aus allen Feierlichkeiten und aus jedem Pathos Mi* ihm < iH'flen wir uns aus dem schönheitsaromatischen Saal Hinaus ins Universum. Nun tanzen wir rings um Gott: Nirgends stehen entweihte Heiligtümer, Nirgends düstert wehtuende Einsamkeit, % i J Mir Welt drängt sich an uns: Wir sind nicht mehr begrenzte Wesen von gestern, Vi-rankert tief im Mann oder tief im Weib, latib gegen das süße Singen wogender Kornfelder, l'.lind gegen den blanken Glanz der wie aus Früchten aufgerichteten Herbsttage. Wir wissen: ii unsern Schicksalen und Schritten schäumt die Ewigkeit, Wir tanzen aus den Gebundenheiten hinaus in überweltliche Keuschheiten, Aus den Phantasien hinüber in die Wirklichkeiten. Wir tanzen den Rausch der Maschinen und die Holdheit vergilbter Erinnerungen, l .ui/en die Zynismen des Ungefähre und die Jugend unserer eigenen Kraft. im Sturm, unter den Klängen der Musik ziehen wir ins All - ■ T Die Sünderin iln Herz pocht hohl: Seine Bewegung haben Phantome mit scharfen Messern ausgeschnitten, j ihr Lücken mit stumpfen Wünschen gefüllt, deren träger Gang m feuchtes Begehren erstickt und jede flutende Gärung ausgebrannt hat: i m m'der Leiber Erhitztheit trinkt täglich das geschminkte Walben ihrer öden Larve.