Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 1 (30.4.1914)
- Article
- An die Schwangernden ergeht ein Ruf
- Date
- 1914-04-30
- Page
- 48 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4{fc\T* Verse nach Jahrtausenden wird einer kommen, der mich Weltall In allen seinen Adern ahnen wird; er wird nicht fragen nach euch — Nicht nach eurem verborgenen Heldenmut und nicht nach eurer kläglichen Dürftigkeit —, Aber auch in ihm werdet ihr sein, denn euch habe ich stetige Fortdauer geschworen. An die Schwängernden ergeht der Kuf: Zu sein Frucht und Blüte und Zweig und Stamm — doch nie zu wissen Nie zu wissen von der Furcht, von der Furcht sinnlosen Nimmer auftauchens* > _ _I_. . ■_■ Im Tanzsaal Im Sturm, unter den Klängen der Musik gehen wir das Leben erobern; Rhytmisch durchpulst von den Düften schwellender Busen, Von den knisternden Falten leise schwingender Seidenröcke, Erstürmen wir die Glut und das Lächeln und das Licht. Zuerst welken schüchtern ab die Sorgen um den Alltag, Unsicher baut jeder Bogenstrich zage Träume auf, Die immer zäher werden, wirklicher flattern, wie siegeskündende Fahnen; Festliche Gemälde leuchten auf: in uns und in jeder Kreatur: Wir tanzen: Menschen, losgelöst von den Daseinszerwürfnissen, schweben durch den Raum, Versöhnt mit jeglicher Zerfahrenheit, mit jeglicher Schmach. Wir denken: Hier stehen die Bauern vor ihren abgebrannten Hütten, Hier sitzen Mütter an den Grüften ihrer erhofften Erlösungen, Berge rutschen nieder und verschütten Wanderer und häusliche Geselligkeit. Aber die Trauer ist nicht unser: Hier erhebt sich der Braus - jung und rein.