Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 11 (20.2.1914)
- Article
- Worte des Dämons
- Date
- 1914-02-20
- Page
- Seite 661 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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660 Verse Ich, Wisser der Erden, Entweichend dem wirbelnden Rade des Lebens, Rate mir gern: „Stirb, ohne zu werden." I saac Schreyer: Des Knaben Andacht Er wußte nicht, wie dies so plötzlich kam, Daß er den Dingen sich so nahe fühlte, Denn alles schien ihm hell und wundersam Mit Wachen angefüllt und tief verwandt: Da stand ein Baum vor ihm, der sich verwühlte In herbe Schollen, und im braunen Land Stieg auf der stille Same wie ein Stern, Und sie umgaben ihn so altbekannt, Daß er ihr Werden spürte und den Kern Schwer schwellen sah zu einer runden Hülle, Die zu zerspringen drohte, um wo fern Tief einzusäen ihre schwere Fülle. — Da ward in ihm die jähe Sehnsucht laut, Als müßt er Bruder nennen jeden Baum; So nahe schien ihm alles und vertraut, Daß er wohl seine eigene Stimme kaum Zu unterscheiden wußte von dem Rauschen Der breiten Wipfel in dem blauen Raum Und mußte tiefer, tiefer in sich lauschen . . . Else Lasker-Schüler: Ich weine — Meine Tränen fallen in die Welt. In meine Dunkelheit Wagt sich kein Hirte. Meine Augen zeigen nicht den Weg Wie die Sterne. Immer bettle ich vor deiner Seele; Weißt du das?