Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (8.12.1913)
- Article
- Flüche - Der Sprache
- Date
- 1913-12-08
- Page
- Seite 533 (sequence 2)
- Language
- German
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532 Verse Und unsere Tiefen sprühten: Sie lauschten den losen, leisen Seufzern, die die Stürme In den Weiten brauten, lauschten dem drohenden Getöse Der Donner und dem verlangenden Getön der Wüstenvögel; Mählich klärte sich das Chaos, Laute stießen sich durch — rauh, rüde; Aus den Schlupfwinkeln krochen sie hervor, — fröstelnd wie nackte Säuglinge Und bebten wuchtig und schwer wie niederstürzendes Gebälk. Es wurde lichter um uns: Wächter waren wir, die jeden Klang beschirmten Wie bedrohte Grenzen, und bauten jede Geste Zu einem glitzernden Worte aus, das Brunst und Weh kündete: Wir sprachen. In den Zweigen und in den Wolken flatterten unsre Güter, Und in jedem Ich flutete des Zweiten Gewimmer, Schimmerte des Zweiten Gewinn: Die Jahrtausende häuften die fremden Ornate, Doch jeder von uns steht arm da: Denn fremder Geschenke Geschenk sind wir. Aus jedem Schrei, den unser Mund hervorkeucht, blutet Geschick, Das vergangene Generationen geformt, und jedes Dinges Schild Haben fremde Finger bemalt. Und wenn wir uns reich an Schätzen wähnen, Lesen wir die Ernte der Vorfahren auf, die wir hassen und verschmähen: Denn jede Silbe zeugt von der struppigen Lässigkeit eignen Strebens. — Schattenbilder — Die Stiefmutter Jene, die vor ihr des Hauses Mühen wachgehalten, Hat dessen Sinn geprägt, sein unverrückbar Gewebe gesponnen, Sie, die nachher kam, spürt auf allen Geräten, auf Tisch, Bett und Herd Den halbwarmen Hauch jener, die vor ihr dieser Dinge Lenkerin war. Aus dem Spiegel dringen zu ihr Bilder, die sie um ihre Herkunft befragen,