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Die Freistatt · 1913-12-08 · Heft 9 (8.12.1913) · p. Seite 518

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 9 (8.12.1913)
Article
Zur jüdischen Arbeiterbewegung
Date
1913-12-08
Page
Seite 518 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Benzion Rubstein, Die jüdische Sprache usw. 517 den (bearbeitenden) Industrien am allerstarksten ist, Aristoteles teilte sämtliche Beschäftigungen und Berufe in zwei große Kategorien: Erwerb von der Natur und Erwerb von den Mitmenschen. Die jüdischen Berufe haben mit der „Ktesis kata physin" nichts zu tun und beziehen sich fast ausschließlich auf die zweite Kategorie — den Erwerb von den Mitmenschen. Darin besteht die wirtschaftliche Bedeutung der jüdischen Exterritorialität Welchen Einfluß diese Besonderheit der jüdischen Erwerbstätigkeit auf die Schicksale der Arbeiterbewegung in allen Landern, insbesondere aber in Rußland, ausüben muß, werden wir in den weiteren Skizzen besprechen. Die jüdische Sprache und der jüdische Handel Von Benzion Rubstein Der Rahmen eines Artikels läßt es nicht zu, die Entwicklung des jüdischen Handels in der Zeit unserer Golusgeschichte ausführlich zu besprechen. Es sei nur nebenbei bemerkt, daß ich den Meinungen jener Geschichtsschreiber nicht zustimmen kann, die das jüdische Volk als ein Handelsvolk schon seit den ersten Tagen seines exterritoriellen Lebens bezeichnen. Schon aus dem Grunde, weil in den ersten Jahrhunderten nach dem Falle des zweiten Tempels sich eine große Anzahl freiwilliger und unfreiwilliger jüdischer Emigranten im Osten und im Westen des römischen Imperiums so sehr konzentrierte — und zwar meist in dichten Siedlungen —, daß in Anbetracht der sozialen Verhältnisse des Altertums mit seiner Naturalwirtschaft nur ein kleiner Teil vom Handel leben konnte, wenn sogar der Handel jüdisches Monopol gewesen wäre, während aber in Wahrheit die Juden an den Griechen und Syriern ernste Konkurrenten hatten.*) *) Scheffer Boichorst „Kleine Forschungen zur Geschichte des Mittelalters V—VI, Jahrh. Mitteilungen des Instituts f. Österreich Geschichte, Bd. VI (S, 535)\ — Es ist charakteristisch, daß die Gallier einen Kaufmann mit dem Worte Syrier bezeichnen- Wenn ich auch im allgemeinen mit den Ansichten Scheffer Boichorsts einverstanden bin, glaube ich doch, daß es unter den genannten Syriern syrische Juden geben mochte. Es ist mir leider unmöglich, diese Frage hier zu besprechen, aber daß die Juden nicht die Hauptträger des internationalen Handels im Altertum waren, das geben auch andere Historiker zu (Schipper, Goldschmidt, Geschichte des Handelsrechts u. a.)

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