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Die Freistatt · 1913-11-15 · Heft 8 (15.11.1913) · p. Seite 480

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (15.11.1913)
Article
Die spielenden Kinder
Date
1913-11-15
Page
Seite 480 (sequence 2)
Language
German
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Vom jüdischen Leben und Schaffen 479 Bemerkung gehört, daß sich just im westlichsten Deutschland eineBewegung auftut, die das Ostjudentum in den Mittelpunkt aller jüdischen Entwicklung stellt. Wir sind nun über diese Bemerkung nicht nur nicht untröstlich, sondern im Gegenteil für sie dankbar. Denn, wenn man von der billigen Ironie absieht, bleibt eine interessante Frage zurück, mit der man sich beschäftigen sollte, und die dann vielleicht interessante Aufschlüsse brächte. Es fällt uns nämlich noch ein, daß auch Heinrich Heine, der als erster deutscher Jude die vollere menschliche Ausprägung der östlichen Juden intuitiv erfaßte, (siehe seine „Reise nach Polen") ein Düsseldorfer war. Auch erinnern wir uns, daß der unvergeßliche Dr. Rülf, den das Sckicksal nach Memel verschlug und der dort schon vor Jahrzehnten ein glühender Verehrer des Ostjudentums wurde, ja für diese Verehrung litt — ein Rheinländer war. Endlich kennen wir einen jungen westdeutschen Rabbiner der Gegenwart, der ebenfalls an eine östliche Grenze kam und dessen Augen zu leuchten beginnen, wenn er vom jüdischen Krakau spricht, das ihm eine Offenbarung war, als er es kennen lernte. Was hat das alles zu bedeuten? Jedenfalls soviel, daß Herr Blumenfeld und Herr Lichtheim diesmal die spielenden Kinder gewesen zu eein scheinen, die zufällig irgend ein Geheimnis ausgraben, nb. Aussprache-Erklärung für die Umschreibung der jiddischen Sprache Eine ausführlichere Darstellung findet sich in No. 1 der „Freistatt". Vokale und Diphtonge. (p — im polnischen, s — im südlichen, 1 ~ im litauischen Dialekte des Jiddischen.) ä—ps ungef, wie „a" in „Vater"; 1 ungef. wie „ei* in .Teil*. — e —ps ungef. wie in »lebt"; 1 ungef. wie in „Welt*. — e psl ungef. wie in »getan". — ej=:p ungef. wie „ei* in „Teil*; sl ungef. wie „äi". — 0 —psl ungef. wie in „Gold". — oj —ps ungef. wie „eu* in „scheut*; 1 ungef. wie „äi*. — ou ps ungef. wie „ou"; 1 ungef. wie „eu* in „scheut*. — ü~ps ungef. wie in „Hut, Mutter"; 1 ungef. wie „o* in „Gold*. — y ps ungef. wie „ie* und „i* in „Ziel, Kind*; I wie „u* in „Mutter*. Konsonanten c wie „z" in „Zeit." — ch —immer wie in „ach*. ~ s —immer wie in „Masse*. — sh — wie „sch* in „schon*. — z~wie „s* in „Sonne*. — zh=wie „g* in „Genie*. Auskunftsstelle für Jiddisch Allen denen, die es im Westen mit dem Verstehen jiddischen Schrifttums versuchen wollen, — Einzelpersonen wie Vereinen — steht die Schriftleitung der Freistatt gerne unentgeltlich beratend und Wege weisend zur Seite Mit Rückporto versehene Schreiben richte man an die Redaktion der Freistatt, Berlin-Steglitz, Auskunftsstelle für Jiddisch.

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