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Die Freistatt · 1913-11-15 · Heft 8 (15.11.1913) · p. Seite 472

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (15.11.1913)
Article
Dr. M. Pines. Die Geschichte der jüdisch-deutschen Literatur [Rezension]
Date
1913-11-15
Page
Seite 472 (sequence 2)
Language
German
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Büch er b esp r edmngen 471 gnomie der jüngsten* — dieser Ausdruck ist übrigens auch nicht mehr zutreffend — „Generation jüdischdeutscher Schriftsteller darstellen.* Unrichtig ist auch die Bemerkung über die germanisierenden Neigungen in der Sprache des jungen, sowie über die Gefahr des jiddischen „Sprachzerfalls* durch Entstehung eines „Jüdischenglischen", des „Yiddish", falls man nicht mit allen Kräften die Einheit erstrebe* Die darauffolgenden Darlegungen über die „Aufgabe der Gegenwart**, für die jiddischen Schriftsteller nämlich, über ,die Leistung einer literarischen Kunst, die der jüdisch-deutschen Literatur noch bevorsteht" und ähnliches, sind mir ziemlich unverständlich. Das Nachwort wäre besser weggeqlieben. Dem in eventuelle Aussicht gestellten späteren Erscheinen eines Anhangs mit Stücken im Urtext und Ubersetzung sehe ich mit großem Mißtrauen entgegen. Abgesehen von der Schwierigkeit der Übersetzung aus dem Jiddischen ins Deutsche — welche die meisten Übersetzer über die philologische Verwandtschaft bei der tiefen Andersartigkeit der Kulturkreise zu Falle kqmmen läßt — war bis jetzt noch fast jede Transkription (L. Wiener, M. Grünbaum, meist „Mitteilungen z. jüd. Volkskunde" etc.) gänzlich verfehlt oder falsch, so daß man für das Angekündigte nur Schlimmes erwarten kann (es sei denn, der Urtext erscheint auch in Urschrift.) — Im übrigen hoffe ich, daß die „Geschichte" möglichst große Verbreitung findet, und wünschte, sie möchte besonders von Leuten gelesen werden, deren Vorurteile gegen die jüdische Sprache nicht dem Uebelwollen, sondern nur der Unkenntnis entspringen. Ich glaube, daß es noch sehr weite Kreise solcher gibt, und daß diese Literaturgeschichte in ihnen manch nützliche Gedankensaat verbreiten kann. Sch. Die jüdische Studentenschaft Am 31. Oktober 1913 ist in Berlin .Die jüdische Studentenschaft" erschienen, das zweiwöchentliche Organ des Verbandes ostjüdischer Studentenvereine in Westeuropa, mit 2 Abteilungen, einer jiddischen und einer hebräischen* Aus dem Inhalt der Zeitschrift seien vorläufig die folgenden Aufsätze erwähnt: „An die Leser" — ein Leitartikel von der Redaktion; „Der Züricher Kongreß" — P. Dubinski, eine Würdigung des jüdischen Studentenkongresses zu Zürich vom März d. J.; „Unser Kongreß* — L Kaplan, ein summarischer Bericht über die Verhandlungen des Kongresses; „Zur Ausländer Frage" — Alohi, gewidmet den neu eingeführten Aufnahmebeschränkungen an manchen europäischen Hochschulen, die russisch-jüdische Studenten betreffen; „Auch-Kritiker", eine Auseinandersetzung v, A. Charasch mit den Gegnern der Züricher Veranstaltung und ein hebräischer Aufsatz von L. Rokach. Es sei noch erwähnt, daß die Zeitschrift als akademische eine reiche Studentenchronik, und als offizielles Organ die Publikationen der Verbandsinstitutionen enthält

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