Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (15.11.1913)
- Article
- Büchereinlauf [Nachricht] / Schriftleitung <Redaktion der "Freistatt">
- Date
- 1913-11-15
- Page
- Seite 471 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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470 Büchereinlauf — Bücherbesprechungen Büchereinlauf Dr. M. Pines. Die Geschichte der jüdisch - deutschen Literatur. Nach dem französischen Original bearbeitet von Georg Hecht. — Leipzig* Gustav Engel. 1913, Ctu Llberman. Düs problfm fyn der jidesher erciyng. Arousgeg£bn fyn der Jidesh-socjalistesher arbeter-partej Pojle-Ciön yn fyn dem Jidesh-nacjonaln arbeter-farband fyn Amerike, — New-York. The Jewish Quarterly Review. Edited by Cyrus Adter und S. Schlechter Vol. IV. No. 3. October 1913 Philadelphia. Dr. Bergmann, Worte Mösls. Verlag C C, Bruns, Minden, Neues hebräisches Wörterbuch. Verlag von Abraham Robinsohn, Stanislau u* Osias Will, Lemberg. Die Rassenmerkmale der Juden von Dr. Maurice Fishberg. Verlag Ernst Reinhardt, München. Spinoza gegen Kant von Constantin Brunner, Verlag Karl Schmahl, Berlin. Bücherbesprechungen Dr. M. Pines. Die Geschichte der jüdisch - deutschen Literatur Nach dem französischen Original bearbeitet von Georg Hecht — Leipzig. Gustav Engel. 1913. Das Buch von Pines ist eine gute Einführung des westlichen Publikums in die jiddische Literatur, gerade weil es keine ,im philologischen Sinne streng literarische Arbeit, sondern ein historisches Lesebuch über die jüdischdeutsche Literatur* ist, wie der Übersetzer mit gewissem Rechte behauptet. Die deutsche Ausgabe unterscheidet sich vom Original hauptsächlich durch Kürzungen, namentlich der Proben aus der jiddischen Literatur. Man kann dem Herausgeber dankbar sein, weiteren deutsch-jüdischen Kreisen die Bekanntschaft mit der jiddischen Literatur zu erleichtern. Allerdings wäre manches am vorliegenden Buche zu bemängeln. So hätte, glaube ich, die französische Bezeichnung Judfio-Ailemand durch Jiddisch, die sich im Deutschen schon so ziemlich eingebürgert hat, ersetzt werden sollen, um so mehr, als das Buch nur auf einigen wenigen Seiten von der «jüdisch-deutschen* Literatur des Mittelalters handelt. Tritt ja der Übersetzer im Nachwort sehr ausdrücklich für den eigenen Sprachcharakter des Jiddischen ein, der aber durch die gewählte Bezeichnung nicht gut dargestellt wird. — Bei der Kürzung der Texte fielen neben den Noten unvorsichtigerweise gewisse Anführungszeichen weg, so daß jetzt z. B. ein Zitat wie „Entartung zum Jargon* vom Verfasser herzurühren scheint. Das Buch enthält mancherlei Druckfehler, (teutschscherisch, Slichot Chulin, Samorzt, Nadoson, Kononpitzka usw.), darunter sogar solche, die aus dem französischen mit herübergenommen sind. Und warum wurden „Fischke le boiteux* zu „Fischke dem Trinker41 und „bonnes* zu »Ammen* degradiert? Eine Bearbeitung des Originals, die z. B. für seinen sehr wenig befriedigenden philologischen Teil angebracht gewesen wäre, wurde durch die Einführung zweier jüngerer Dichter, Asch und Pinski, vorgenommen. Diese in vielfacher Hinsicht sehr willkürliche Auswahl kann nun durchaus nicht „das Ziel, die Art und literarische Physio-