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Die Freistatt · 1913-11-15 · Heft 8 (15.11.1913) · p. Seite 470

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (15.11.1913)
Article
*** / Karni, Juda
Date
1913-11-15
Page
Seite 470 (sequence 1)
Language
German
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Jiddische Dichtung VII 469 JydC Kam«. V In m£n harcn shtejt an ümgd, Of dem ümgd hengt dän bild Yn tug yn nacht a jynger malech, Shtejt in wrfsn ängehilt Shtejt yn zögt a klejne tfilS, B6t far zech yn far dem klal: Shenk ynz, bild, fyn dane ojcres Ejnynejncik lechtik shtrat S shrfnt di zyn shojn lang in himl, Yfgewacht hot feld yn shtüt; Yn in harcn iz noch tynkl Yn der malech b£t noch Got [Juda Karni. — Ein Altar steht mir im Herzen, auf dem Altare hängt dein Bild. Tag und Nacht steht ein junger Engel, angetan mit klarem Weiß. — Ein Gebet, ein kleines, spricht er, fleht für alle und für sich; Schenk uns, Bild, aus deinen Schätzen einen einzigen, hellen Strahl. — Lang schon steht die Sonne am Himmel, Stadt und Feld sind lange wach; und im Herzen ist's noch dunkel, und der Engel fleht zu Gott.] Düwed Kasl. %* Der himl nemt arym di erd Yn zingt cyn ir yn shtralt in pracht; Er zet wi blüe zädns ous, O libste, zä in wald di nacht Der himl kysht yn kysht di 6rd, Yn shpilt mit ir yn zingt yn lacht Wi tief er iz, wi blft er iz — O libste, zä in wald di nacht. [David Kassel. —■ Die Erde ruht im Himmelsarm, der Himmel singt in Strahlenpracht; wie blaue Seide sieht er aus. O Liebste, sei Im Wald heut* Nacht. — Die Erde loht im Himmelskuß, der Himmel kost mit ihr und lacht. Wie tief er ist, wie blau er ist O Liebste, sei im Wald heut* Nacht.] Düwed Königsberg. — Sonet. A klejntshik chüsedl mit shich yn zekalech, A lystiks, kymt arän, a 16b£diks, A lachediks yn wi der tflg a klygs Yn kräzlt zech di langg lekalech, Yn wäs yn frish di kinderesje bekalech, A klejntshik chüsedl, a chejnewdiks, Jyng wi an 6rsht arousgeshproct ge wiks» Sß klingt z&n kelechl wi zilberglekalech. Fra shpringt yn tanct 5s wi a jedes kind, Nor wen dy efnst yf far em a sejfer, Di ejgalech, wi kiniglechS lejfer, Derch shyres jügn, kykn azoj tif In os, az, wen se redt, kymt entferryf Wi s echo fyn a tif er brynes grynt [David Königsberg. — Sonett. — Ein kleiner Chossid mit Schuh und Söcklein, ein lustiger, ein munterer kommt herein, ein lachender, ein kluger, wie der Tag, und kräuselt sich die langen Löckchen. — Weiß sind und frisch die Kinderwänglein; ein kleiner Chossid, lieblich und jung wie eine neuentsproß'ne Pflanze, sein Stimmchen klingt wie Silberglöcklein, — Wie alle Kinder springt und tanzt es frei, doch wenn vor ihm ein Buch du öffnest* dann jagen seine Äuglein durch die Zeilen wie königliche Läufer, blicken tief ins Wort, daß, wenn er spricht, wie Echo aus den Brunnentiefen Antwort kommt.] {Ausgew* v. Salomo Birnbaum,/

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