Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (15.11.1913)
- Article
- *** / Bialik, Hayyim Nahman
- Date
- 1913-11-15
- Page
- Seite 468 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/3119801-3119802-3119809--0855-3121050- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jiddische Dichtimg. VII 467 Yn red ech — myzn himten shtymen, Di erd bawägt zech nit fyn ort, Di shtejner kouklön zech yn kymen Yn shlingen dershtik Gots a wort. [Ch. NL Bialik. — Nicht ging ich doch nach eurem Rufe, ich komm' auf siebenfachem Weg; ich fall auf euch, wie Tau auf Ähren, wie Regen auf das dürre Gras. — Umsonst war euer ganzes Lärmen, umsonst die Lieder mir zum Gruß; ich brütete für eine Taube, und eine Schlange kam hervor. — Und seht, es rührt mich euer Tosen so wenig, wie des Grußens Schall, sie fallen tot vor meine Füße und ich zertrete sie im Staub. — Aus euren glanzerloschnen Augen bin ich der letzte schwarze Blitz, aus euren zugepreßten Zähnen das letzte Knirschen tiefsten Grimms. — Bei meinen Worten schweigen Himmel, die Erde steht auf ihrem Weg, die Steine wälzen sich und kommen und saugen Gottes Wort voll Durst] R. JVL Brenden—Elegje. Ken zech dän shejnkejt farlir'n, ken zech den leshn of ejnmül Düs wüs ggw&i iz a Got, shtendik in hirnlen gäwojnt? Kenen zech erter farmisn, hejlik wüs hot m£n gehaltn, Turne ken wer*n a shyl, shtejt zi ouch ejnzam farlozt? [R. JVL Brenden — Elegie. — Kann deine Schönheit verwelken, kann denn auf einmal verlöschen das, was früher als Gott hoch in den Himmeln gethront? Werden Orte zum Abscheu, welche voll Heiligkeit waren, wird durch Verlassen unrein ein Heiligtum? Mejer Chartinen — P£ral£. Pricem, sochrgm, damen, zelner, Ba di tishn drejn zech keiner, Muzik shpilt an flwertir, Düs kafehouz hei yn lechtik, Män geübte, wäs yn cechtik, Trinkt yn est yn redt cy mir. Redt fyn hit yn redt fyn kwejtn, Redt fil zise nareshkejtn, Chapt zi ouch a lach derwdl. Mentshn kykn, mentshn kler'n Ach, mir gejen shir di tr£r*n — Zi iz wät a touznt mäl 1 [Meier Chartiner* — Perale, — Herren, Damen und Soldaten, um die Tische Kellnerschwärme, die Musikkapelle spielt, das Cafe ist hell und strahlend, die Geliebte, weiß gekleidet, trinkt und ißt und spricht zu mir. — Spricht von Hüten, spricht von Blüten, spricht viel süße, dumme Worte, lacht auch manchmal plötzlich auf. Und die Leute schaun und denken. Ach, mir kommen fast die Tränen — tausend Meilen ist sie fern!] Eljükem Cunzer. — Der Parom. Ba a täch, wüs er iz tif yn brejt, Ech z£, an iberfyr bam breg shtejt, Yn ale cyn em cijen, Fyn bejde zätn, fyn bejde bregn, Mentshn, f6rd yn w£gn Alndik ahin flijen. Di ale mentshn wintshn zech yn bentshn, Zej zoln gliklech ariber dem täch: Ynzer l£bn iz der parom, Di weit iz ba ynz der tom. Brider, düs mejn ech take äch! [Eljokum Zunser. — Die Fähre. — (Volkslied). Bei einem tiefen und breiten Strom seh' ich eine Fähre am Ufer stehn, und alle ziehen zu ihr, von beiden Seiten, von beiden Ufern, Menschen, Pferde und Wägen, eilends fliegen sie hin. Alle die Menschen wünschen und segnen sich, zu kommen glücklich über den Strom: Unser Leben ist die Fähre, die Welt ist der Abgrund, Brüder, wohl meine ich euch!] Shlojmg Detnbicer. — V Es faln dänö ojgn cy, Wüst shiüfn. Der tüg iz hejs gewen,