Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (15.11.1913)
- Article
- Zionslieder. Prolog.
- Date
- 1913-11-15
- Page
- Seite 465 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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464_Jiddische Dichtung VII_ Jiddische Dichtung VII (Siehe Aussprachebezeichnung auf Seite 447). Shimen Shmyel Frug (Simon Samuel Frug) 1. Cijgti-Lider. Prolog. Ci ün zibn füdem fyn himlsher shän, Ci ün zibn lechtike shtralnl Zej zoln wi goldene strynes mir zän Yn lächtn yn zingen yn shalnl Maiglekalech klingen in feld yn in tül Di tdbalech worken yn flijen, Cy hfr'n dem zisn yn täer'n kol, Di hejlike Uder fyn Cijen. Es cijen zech liblech di rojz yn der zang In feld yn in görtn — cy h£r*n Di Uder, in welche es zenen fyn lang Cynojfgemisht p£r'l yn trer'n. Di Uder, wüs shlügn arous wi a kwal Fyn harcn yn zidn yn brijen, Di Uder mit honik, di Uder mit gal, Di Uder, di lider fyn Cijen! [Zionsllder. Prolog* Spann sieben Fäden himmlischen Glanzes auf, spann sieben Strahlen auft Die sollen mir goldene Saiten sein und leuchten und singen und klingen. — Maiglöckchen klingen in Feld und Tal, die Tauben gurren und eilen, den süßen teuren Klängen zu lauschen, den heiligen Liedern von Zion. — Die Rosen und Aehren im Feld und im Garten streben voll Liebe, die Lieder zu hören, in denen so lange schon Perlen und Tränen vereinigt sind. — Die Lieder, die wie Quellen dem Herzen entspringen, die lodern und glühen, die Lieder voll Honig, die Lieder voll Galle, die Lieder, die Lieder von Zion t] 2. Näjür, Näjür! Shpil, män alte «dl, Shpil a nä, a frejlech Ii dl, Zing a näem, zisn shir — Dane strynes zoln klingen, Ale hercer zoln zingen, Zing€n, frejen zech mit dir! Yn di fidl entfert mir: „Of a bojm bam täch fyn Bflwl Bin gehongen ech amül, Yn nor klügn wi an üwl Kon fyn demlt ün m&n koL Nejn, ech hob kejn näß lider, Alte ken ech, übe briderI Dort bam grojsn altn täch Hob ech zej gehört farcätn Yn of ale näe cätn Ejns nor winshn wel ech dch; Mit z&n libe, mit zän träkejt Zol Got shenkn ach cyrik Aer alte kraft yn frakejt, Aer altn glik!" [Neujahr! — Neujahr! Singe, alte Geige eine lustig neue Weise, sing ein neues, süfles Lied — mögen deine Saiten klingen, mögen singen alle Herzen, singen und sich freu'n mit dir! Es erwidert mir die Geige: „An den Zweigen eines Baumes hing ich einst an Babels Strom; klagen nur kann meine Stimme wie ein Trauernder seither; keine neuen Lieder hab' ich, nur die alten kann ich, Bruder! Dort am alten großen Strom hab' ich sie vorzeit vernommen, und für alle neuen Zeiten will ich wünschen euch nur eins: Möge Gott euch wieder schenken, seiner Lieb' und Treue voll, eure alte Kraft und Freiheit, euer altes Glück f] 3. Mizbech-adÜmg. Mir hobn fil täere, grojse mizbejches Gehat in di glikleche teg, Wüs hobn amül ynz geglanct wi di shtSr'n, Geshänt ofn lechtikn weg.