Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 6-7 (8.10.1913)
- Article
- Der mabl.
- Date
- 1913-10-08
- Page
- Seite 398 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jiddische Dichtung. VI. Morris Rosenfeld. 397 ^^■^■■■M*^>"lM»'****^*>^^wi»t*«^^«^^ " 1 ■ —■— .......II I Farshlingt jede shän, jedn sim&i fyn lebn — Nishtü mer kejn tkyme! A flejcnder käs yn a wilde neküme! Rachmüngs farshwymSn, Es regten di fettster fyn himl mit cor'n, A sof iz gekymen! Yn iber di fipgryntn eitert di tejwfi Fyn shtorem getrügn, Der tojt jugt ir nfleh mit a shwarcer farcwejflyng, Er wif zi derjügn. Wigrojs iz däm wasers geferleche stepe? Derbarem zech, bojre! Es shwimt dort dän üremer, elnter cadik In finsterer mojre. Wy bisty, o täerg toub? Fyn dem engshaft Arous gej ggshwinder! Yn ze, ci es lätert zech ojbn der himl, Der weter wert linder. O, ze, ci es grint shojn der shpic fyn di berger, Bacölt iz der shüdn — Yn zög, wen wet ryen di wüglende tejwe Of zecher'n bodn? [Die Sintflut. — Wie lang und wie wild ist die schreckliche Sintflut! Die mächtigen Ströme rauschen furchtbar, die Wolken platzen und aus den Tiefen erwachen zu Grau'n und Vernichtung wie Teufel die eilenden Wellen. Es können sie Berge und riesige Türme nicht halten und hindern! — Man sieht weder Sonne noch Mond noch Sterne. Eine schwarze Verwirrung verschlingt alles Licht, jedes Zeichen von Leben — sie erstehen nicht wieder! Ein strömender Zorn, eine wütende Rache! Es gibt kein Erbarmen! Die Fenster des Himmels ergießen ihr Zürnen ins nahende Ende! — Und über den Abttünden zittert die Arche, getragen vom türme; der Tod jagt ihr nach mit schwarzer Verzweiflung. Er will sie erreichen. Wie groß ist die drohende Fläche des Wassers? Erbarme dich, Schöpfer! Dort schwimmt ja dein armer, verlassener Frommer in düsterem Schrecken. — Wo bist du, o teure Taube? O, eile doch rascher hinaus aus der Enge und forsche am Himmel, ob er schon klar wird, und besser das Wetter, O, forsche auf den Gipfeln, ob sie schon grünen, das Unglück zu sühnen. Und sage, wann ruhet die irrende Arche auf sicherem Boden?] 7 A tfile. O rojchgw büarüwes! In nfimgn fyn di fiwes Nit loz ynz gejn farlor'n, O ty shojn üp dän cor'n Yn shik dän hilf aher! Fyn däne himlen kyk shojn Yn shrä arfip; „Genyg shojn! Farshwindt ir bejze zinder, Cy ry lozt män£ kinder Yn matert zej nit mer!" O jojshew basbfimajem! Banä Jeryshfilajem, Mach ofn irg tir'n Yn breng ynz dort cy fir*n, In ynzer alter shtüt! Ahin iz, wy mir eiln, Ahejm iz, wüs mir wiln, An ort zech üncyshpar'n Un shrekenesh, ün caj'n, Un drikengsh, ün shpot. O eloja s'liches! Mir hobn dän sh'lichgs Farricht yn däng ler'n Getrügn, lecht cy tner'n, — Batracht doch ynzer shtand! Bawäz ynz dän rachmünes: Bafrä ynz fyn sgkünes, Farhit ynz fyn fardarbn Yn loz ynz endlech arbn Dän land, dän zisg landl [Ein Gebet. — O Reiter auf den Wolken! Um unsrer Ahnen willen, erretf uns vor Vernichtung, und wende ab dein Zürnen, und Hilfe sende uns!