Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 6-7 (8.10.1913)
- Article
- Cyn a chwalje͏̈.
- Date
- 1913-10-08
- Page
- Seite 396 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jiddische Dichtung. VL Morris Rosenfeld. 395 Jiddische Dichtung VI. Moris Roznfeld (Morris Rosenfeld). (Siehe Aussprachebezeichnung auf Seite 414). 1. Gyn a chwalje. Wy lojfsty, wilde chwalje Of dän cykochtn weg? Es hot shojn nit ejn falje Cybrochn zech ün breg. Ymzist dän wilder träbn Mit impet yn mit sham. Der breg wet breg farbläbn Yn jam wet bläbn jam. [An eine Welle. Wohin eilst du wilde Welle auf empörten Weg? Schon manche Welle brach sich an diesem Uferrand. — Umsonst dein wildes Jagen in Schäumen und in Hast, die Ufer bleiben Ufer, und Meer bleibt weiter Meer.] 2* * * * Der w£g iz wät, der tüg iz kerc; Di zyn gejt bald arynter; Dus waser rousht, cym breg iz wät — Män shif, män shif gejt ynter. Dü helft es mer kejn ranglen zech — Der wint iz a gezynter, Der jam iz grojs, der jam iz wild — Man shif, män shif gejt ynter! O, zä gezynt, dy shejne zynl Dy shänst noch wider mynter, Nor ech, — di chwaljSs roushn shrek — Män shif, män shif gejt ynter! [Der Weg ist weit, der Tag ist kurz. Bald wird die Sonne sinken. Das Wasser rauscht, zum Strand ist's weit — mein Schiff, mein Schiff geht unter! — Kein Kämpfen und kein Ringen hilft, der Wind ist allzumächtig. Das Meer ist groß, das Meer ist wild, — mein Schiff, mein Schiff geht unter! — Nun lebe wohl, o Sonne schön! Du wirst ja wieder leuchten. Doch ich — die Wellen rauschen Schreck — mein Schiff, mein Schiff geht unter!] 3. Farlibt. Zät ech hob zi üngetrofn, Iz män wachn yn man shlufn, Yn män shlflfn yn män wachn, Yn män zingen yn män lachn Upgemesert, fipgeshnitn, Wej, wi hob ech zech farbitn! Wer es kykt mech ün, Myz a citer tun. Gyte sht^ralech in himll Ir, wüs wejst nit fyn kejn driml, Yn ir z6t mech shtendik tretn Krank yn blejch in hejsn b&n, Of di shtegalech, di shtile, H6rt män harcns tife tfilg: Zügt dort Got aiejn, Az ech Hb yn wejn. [Verliebt — Seit ich sie getroffen habe, ist mein Wachen und mein Schlafen, ist mein Schlafen und mein Wachen, ist mein Lachen und mein Singen abgemäht und abgeschnitten. Weh, wie hab ich mich verändert! Wer mich sieht, muß zittern. — Sterne ihr am Himmel droben, die ihr keinen Schlummer kennet, sehet mich auf stillen Wegen, krank und bleich vom heißen Flehen, wandeln ohne Rast und Ruhen, hört das Beten meines Herzens: Saget Gott, ich lieb und weine.] 4. £rd. Fardamte freserke, o, bejze 6rd, Wüs dän cyrejcter haldz shlingt alc arän, Yn lozt nor lebedik di pän; Wüs in dän grojsn bouch wert alc cyshtert