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Die Freistatt · 1913-08-22 · Heft 5 (22.8.1913) · p. Seite 339

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 5 (22.8.1913)
Article
Die Zukunft Salonikis
Date
1913-08-22
Page
Seite 339 (sequence 2)
Language
German
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3as Vom jüdischen Leben und Schaffen. loniki werden zu stolz sein, auf dem Kpngreß Klage zu erheben. Möge ihnen die Parteileitung künftig keinen Anlaß zu solchem Stolze geben. Cheskel Zwi Klötzel. Der „polltische* Zionismus Wir sind das jetzt 16 Jahre so gewöhnt: wenn sich die zionistische Leitung draußen, wo die großen Kämpfe geschehen, eine ganze Amtsperiode hindurch Schlappen geholt hat, dann wendet sie wenigstens im Parteikantönli den „genialen Organisator" und eisigen Diplomaten entschlossen hervor. Und es gehört sicher zu den „politischen" Großtaten der „Praktischen", diesen XL Kongreß mit seiner buntscheckigen Seifen blasenpracht in Wien zu arrangieren. Man verspricht sich von den mancherlei Attraktiönchen und sogar von der schönen „Kultur" nicht mehr die alterprobte ableitende Wirkung. Man befürchtet sogar (offen* bar ohne allen Grund), es könne diese beifallswütigste aller Generalversammlungen (wer an parlare denkt, mag dazu Parlament sagen; mir klingt das Wort, angewandt auf solch geduldige Abstimmasse gar zu boshaft) diesmal ein wenig kritische Nüchternheit zeigen und sich zu einer höheren Disziplinlosigkeit aufraffen als der, die besten, kritischsten Köpfe auszuzischen. In Wien aber ruht ein Schatz, den selbst die „Politischen" nbch nicht in der rechten Weise zu benutzen verstanden. Die „Praktischen" werden uns ein Exempe! geben, wie man die Manen Theodor Herzis fji den „geeigneten" Momenten über den Kongreß schweben macht. Sie brauen doch nicht für die Katz 10 Jahre schon an diesem rührseligen Weihrauchdunst; nicht umsonst ballt sich allwöchentlich aus den hysterischen Verrenkungen seltsamer Heiligen und der idealhungrigen Naivität provenzaler Jungjuden der große Nebel dichter, der den Parteifetisch dem irdischen Anblick verhüllt. Das Auf-dem-Bauch-rutschen vor dem Theodor Herzl der Weih rauch wölke ist heute eine fromme Uebung geworden, unerläßlich für jeden Gesinnungsgenossen; selbst ein Trietsch darf sich ihr nicht ungestraft entziehen. Sie wird in solch kritischen Momenten wie der jetzige, wo alles Zionistische langweilig wurde wie eine Litanei aus dem Zentralorgan, wo selbst der Verein christlicher Freunde und Sokolows Zusammenkünfte mit allerlei Staatsoberhäuptern nicht mehr blenden wollen, ablenkend und anregend wirken. Aber was soll daraus werden, wenn einmal jemand kommt — ewig kann doch diese Geschichtsfälschung nicht weiterwirken — und mit ruhigen, schauenden Augen den menschlichen, allzumenschlichen ersten Präsidenten der zionistischen Partei hinzuzeichnen versucht mit dem harten Griffel der Historie, verzichtend auf alle Effekte einer billigen Mythisierungsroutine? Wird es sich dann nicht bitter rächen, daß man ein Idol mit aller Berechnung stärkte und dazu benutzte, verlorene Situationen zu retten? Wird das, was heute die höchste „politische" Klugheit den Praktischen zu tun rät, nicht am Ende sich zu einer argen Dummheit entwickeln? Ob es „politisch" und klug ist, die große Weihrauchswolke, das AUerheiligste aller Gläubigen, und selbst der individuellen Zionisten

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