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Die Freistatt · 1913-08-22 · Heft 5 (22.8.1913) · p. Seite 337

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 5 (22.8.1913)
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Date
1913-08-22
Page
Seite 337 (sequence 2)
Language
German
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336 Vom jüdischen Leben und Schaffen Ich habe das Vertrauen zu dem „organisatorischen Genie" der Lei* tung. daß sie auch hier den Weg zum Volke finden wird. Und der Haupteffekt des Ganzen: Das politisch Hochbedeutsame einer derartigen Aktion. Der erste Schritt auf dem Wege zur Autonomie. Die größte Tat des zionistischen Nationalismus! Jus. Vorverkauf. Der Vorverkauf ist eröffnet. Man zahlt . . und nun tanzen einem alle möglichen Zahlen vor Augen, wenn man das Programm des XI, zionistischen Kongresses in Wien liest. Für einen Sitzplatz in der hebräischen Theatervorstellung kann man bis 10 Kronen ausgeben, während das Turnfest schon billiger ist, denn hier kostet der teuerste Platz nur 6 Kronen. Und so geht das Preisverzeichnis weiter für fast alle Veranstaltungen. Selbst die Massenmeetings kosten zum größten Teil Eintrittsgeld, die Kongreßsitzungen selbstverständlich alle. Will man vielleich eine ganz bestimmte Art von Gesinnungsgenossen (Poale-Zionisten, die sicher keine Krösusse sind, und andere) von der Wiener Tagung fern halten? Oder verschlingt die Bewegung eine solche Unsumme Geldes, daß man es nicht wagt, dies auf dem sonst üblichen Wege zu erbetteln? Vielleicht aber will man den Wienern zeigen, daß Zionismus eigentlich etwas ganz Feines ist, das nur besser situierte jüdische Zeitgenossen sich leisten können? L b. N. Und Gott sah, daß es gut war. In früheren Jahren soll es manchmal vorgekommen sein, daß einzelne Zionisten oder Ortsgruppen in Telegrammen oder Briefen dem gerade tagenden Kongreß ihre Hochachtung und Verehrung bezeugten. Das geschah aus spontaner Begeisterung heraus. Die Schreiben wurden dem Kongreß vorgelesen, und die Delegierten freuten sich. Unsere „Praktischen" merkten sich dies, machten ein Geschäft daraus, und heute hat die Begeisterung ihren Kurswert bekommen. Heute fordert das Aktionskomitee die zionistischen Ortsgruppen auf, Kongreßtage zu veranstalten, an welchen für den neugegründeten Zentralfonds, den man um GotteswÜlen weder mit dem Nationalfonds, noch mit dem Kulturfonds verwechseln darf, gesammelt werden soll. Gleichzeitig werden die Ortsgruppen aufgefordert, eine Ergebenheitsadresse nach Wien zu senden. Man schlägt sogar von der Leitung herab einen ganz bestimmten Text vor, „Die Zionisten (Ort) begrüßen den XL Kongreß der zionistischen Weltorganisation in Wien aufs herzlichste und wünschen seinen Beratungen guten Erfolg. Sie hoffen, daß er ein Merkstein in der Weiterentwicklung der zionistischen Bewegung sein wird, und versichern den Kongreß ihrer unerschütterlichen Treue und Anhänglichkeit zur zionistischen Organisation. Sie spenden in diesem Sinne den Betrag von Mark .... für den Zentralfonds/'

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