Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (15.7.1913)
- Article
- In a finsterer nacht.
- Date
- 1913-07-15
- Page
- Seite 252 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jiddische Dichtung IV, Awrüm Rejzn. 251 . —*»^^^a*mm^^mimmmm*^^^m**^—i>**^—~m*—^mm*t*m*m-~-^^F*mmm*a*mi*t^mmmmm9m*mmmmm 4, In a finsterer nacht. Ech hob in a finsterer nacht Di tir yn di lüdn farmacht, Yn hob mech barechnt mit shrek: In wüs iz män lebn awek? Yn wi derch a shpalt hot getfigt, Hot eint män harc zech geklügt, Geklügt yn gfccypt yn göklemt, — Ech hob far der zyn zech gäshömt. [In einer finstern Nacht — Ich habe in einer finsteren Nacht die Tür und die Läden zugemacht. Und ich erwog voller Schrecken bei mir: Womit verging dein Leben dir? — Als der Tag durch eine Spalte drang, da jammerte mein Herz so bang, es zerrte, es klagte, es quälte sich — ich schämte vor der Sonne mich.} 5. Nfich män harcns baglr'n. Ech wejs nit, wüs klyg izt ech wejs nit, wüs naresh, Es brecht zech män mojech fyn kl6r*n — Och! Wei ech tyn nor azoj, wi s gefeit mir Yn folgn män harcns bager'n! Ech wejs nit, wy blymen, ech wejs nit, wy derner, Ech wejs nit, wy frejd yn wy trer'n — Och! Wel ech mir gejn in dem weg, wy es cijSn Yn räsn di harcns-bag^r'n! Ech wejs nit, wy tojt iz, ech wejs nit, wy lebn, Dem emes, wy ken men den h£r'n? — Ny, shtiler, dy mojech! Och! Kochiker, harc! Ch derfil däne ale bager'n! [Nach dem Verlangen meines Herzens. — Ich weiß nicht, was klug ist, ich weiß nicht, was dumm ist — mein Hiin, es brennt vor Denken — Ah! Dann werd* ich tun, wie mir's gefällt und meines Herzens Begehren folgen. — Ich weiß nicht, wo die Blumen sind und weiß nicht, wo die Dornen, ich weiß nicht, wo die Freude ist und weiß nicht, wo die Tränen, Ah! Dann werde ich den Weg gehen» auf den mich das Begehren meines Herzens lockt und zieht! — Ich weiß nicht, wo Tod ist, und weiß nicht, wo Leben, wo kann man die Wahrheit hören? — Stille nun, Hirn! Ah! Feuriges, Herz! Ich erfülle all dein Begehren.] 6, Der fräer. Ech farhas der welts getiml Yn der welts geryder; Män farmegn wi dem fojgls Iz nor lider, lider. Kejnmül shrekt mech nit der morgn, Nor der hänt iz mäner, Mäne frejdn, mäne zorgn Zengn tifer, fäner. Fyn a lebn, a genejtn Lojf ech wi fyn fäer, Wein wintn chotsh mech tejtn, Shtarb ech doch a fräer! [Der Freie, — Verhaßt ist mir der Lärm der Welt, ich hasse ihr Getümmel. Wie Vögel habe ich an Geld und Gut nur Lieder und nur Lieder. — Und nimmer schreckt das Morgen mich, das Heute nur ist mein. Meine Freuden, meine Sorgen sind viel tiefer, feiner. — Ein zwangbedrücktes Leben flieh' ich wie das Feuer. Wenn mich auch die Winde töten, frei doch will ich sterben! 7. Ymfitlk. YmStik, kind mäns, cy l£bn alejn, Kenst efsher kymen cy mir! Man cimer iz firem, man cimer iz klejn, Hot a bazyndere tir, Hot a bazynderä tir, — Nor kejner, oi, klopt nit in ir. YmStik, lebn mäns, ymötik shwer, Yn wi nor der üwnt, er kymt, Zic ech, di ojgn cym tir yn ech her, Der wint azoj trouerik brytnt,