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Die Freistatt · 1913-06-15 · Heft 3 (15.6.1913) · p. Seite 200

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 3 (15.6.1913)
Article
Wie lange noch?
Date
1913-06-15
Page
Seite 200 (sequence 2)
Language
German
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Vom jüdischen Leben und Schaffen 199 stolze, kühle, unfruchtbare Fee aus dem Westen mit ihren ihr ergebenen Komitees in den einzelnen russischen Städten. Gewiß! Es geht in den letzten Jahren durch die russisch - jüdische Gesellschaft wie ein dumpfes Grollen, Mitunter erheben sich auch deutliche Stimmen mit mehr oder weniger deutlichen Forderungen: Emigrationsbank, russisch-jüdische Emigrationskonferenz, alljüdischer Emigrationskongreß. Ja selbst auf der eben abgelaufenen Wilnaer Tagung der Ica'schen Komiteevertreter — diesem traurigen Surrogat des ersehnten freien Emigrationskongresses — sind Erscheinungen zu Tage getreten, die sich etwas hoffnungsvoller ausnehmen: Es hat sich gezeigt, daß es der Ica doch nicht gelungen ist, in allen ihren rußländischen Vertrauensmännern das selbständige Denken und das Streben über die Notdurft der Wohltätigkeit hinaus zu ersticken. Sie mußte freie Worte hören und sich Resolutionen, die zu ihrem Emigrations-Manchestertum nicht recht passen wollen, gefallen lassen. Aber am Ende waren's doch nichts weiter als Worte und Resolutionen. Und auch sonst sind alle Bemühungen, selbst nur an den Anfang einer volksjüdischen Tat zu kommen, bisher gescheitert. Noch ist eben die Zeit, da es um das Monopol der Ica geschehen sein wird, nicht da. Noch lebt die alte merkwürdige Teilung der Gewalten, von der eingangs die Rede war. Noch ist das Israel mit dem löcherigen Judentum unentbehrlich, weil das Israel mit dem ganzen Judentum seine eigene Kraft noch nicht erkannt hat ♦ . . Wie lange noch . ♦? Panta. Auskunftsstelle für Jiddisch. Allen denen, die es im Westen mit dem Verstehen jiddischen Schrifttums versuchen wollen, — Einzelpersonen wie Vereinen — steht die Schriftleitung der Freistatt gerne und unentgeltlich beratend und Wege weisend zur Seite. Mit Rückporto versehene Schreiben richte man an die Redaktion der Freistatt, Berlin-Steglitz, Auskunftsstelle für Jiddisch. Inseraten-Tarii Vi Seite Vg Seite lU Seite 1j8 Seite Vie Seite 1 X M. 48,— M. 24 — M. 12,— M. 6 — M. 3 — 3 X M. 40 — M. 20 — M. 10— M.5,- M. 2,50 6 X M. 32— M. 16,— M. 8 — M. 4,— M. 2,— 1 12 X M. 24,— M. 12,— M. 6,— M. 3,— M. 1,50 Die halbgespaltene Petitzeile 50 Pfennig. Redaktion: F. M, Kaufmann» Berlin-Steglitz; F. A. Meyer, Eschweiler. — Manuskripte und Rezensionsexemplare sind zu senden an die Redaktion der „Freistatt*, Berlin-Steglitz, Miquelstraße 10. Telephon 765. Rückporto erbeten. Alle anderen Zuschriften an den Herausg«ber. — Nachdruck nur mit deutlicher Quellenangabe gestattet. — Druck von J. Dostall, Eschweiler

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