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Die Freistatt · 1913-06-15 · Heft 3 (15.6.1913) · p. Seite 194

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 3 (15.6.1913)
Article
Büchereinlauf [Nachricht] / Schriftleitung <Redaktion der "Freistatt">
Date
1913-06-15
Page
Seite 194 (sequence 1)
Language
German
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Büchereinlauf. — Bücherbesprechungen. 193 Büchereinlauf. Denkwürdigkeiten der Glfickel von Hameln, Jüdischer Verlag Berlin. Geb. 4,— Mk. Qeschenkband 7,50 Mk. Dr. Tänzer, Die Mischehe. Verlag Louis Lamm, Berlin, 0,80 Mk, Salamon Dembitzer, Verloirene Welten (Gedichte). Verlag Dr. Ledermann, Berlin 1910. Geh. 0,85 Mk., geb. 1,70 Mk. — Schwarze Blätter, Berlin 1913. Geh 2,— Mk., geb. 3.— Mk. Wilhelm Ostwald, Monistische Sonntagspredigten. Akadem. Verlagsgesellschaft Leipzig, Dr. H Kadisch, Jungjuden und Jungoesterreich. Verlag Adria, Wien 1912, 0,30 Kr. Die jideshe weit, Literarisch-gesellschaftliche Monatsschrift, Heft 1—4. Verlag B. A. Kletzkin, Wilna, Auslandsabonn. 11 Mk. das Jahr. Thea Mendel-Meyer, Herzensklänge. Im Selbstverlag der Verfasserin, Linnich (Rhld/). Bücherbesprechungen. Asch: Im Lande der Väter. Qorelik: Die liebe Provinz. Uebersetzt von Nathan Birnbaum Der Band geh. 2.—, geb. 3 — Mk. Perez: Volkstümliche Erzählungen Achad Haam: Am Scheidewege, I. Bd. 2. Aufl. Es fehlt den Westjuden der geniale Verleger. Es fehlt der jüdische Verlag als entwicklungfördernde Unternehmung, die nicht den Ereignissen nachhinkt, sondern sich anbahnende kulturpolitische Bewegungen mit feinem Instinkt herausspürt, und sie heraufführen hilft. Gerade jetzt fehlt uns im Westen ein Mann der Art, wie ihn bestimmte neudeutsche Kulturbewegungen an Eugen Diederichs, an Ferdinand Avenarius, ja auch an Samuel Fischer besitzen. Ein Mann, der wahrnimmt, daß bisher niemals der Westen, und nicht nur der zionistische, so aufnahmefähig wie jetzt war für ostjüdische Inhalte, für eine aus großen Gesichtspunkten heraus erfolgende Kulturarbeit, die uns systematisch die Quellen des ostjüdischen Lebens erschließt. Die kleinen jüdischen Verleger sind fast alle zu kapitalschwach, als daß sie für eine derartige vermittelnde Kultur arbeit in Betracht kommen können. Der „Jüdische Verlag* aber ist Parteiverlag. Und so lange dem von allen Aeußerungen des ostjüdischen Lebens, ganz besonders von der ostjüdischen Presse abgesperrten Westen die Fiktion aufrecht erhalten werden soll, als decke sich dort das Zionistische mit dem Nationaljüdischen, als stehe dort die Volksmasse oder die neuerstehende Intelligenz hinter dem Zionismus — so lange wird alle zionistische Kulturarbeit einseitig und engherzig bleiben und dem Westen nicht das geben können, was er von einer wahrhaft nationalen Bewegung erwarten muß: unverzerrte Bilder von der jüdischen Gegenwart.

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