Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (15.6.1913)
- Article
- Shlitngleklech.
- Date
- 1913-06-15
- Page
- Seite 190 (sequence 2)
- Language
- German
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Jiddische Dichtung III, Jehojesch. 189 [SchHttenglöcklein. — Weißverhüllt ist meilenweit ringsumher die Welt Eingefroren liegt im Frost stumm die Gegend da. — Bleich und ruhig strahlt des Mondes ernstes Bild. Milde funkeln, frostigsüß und kalt, die Sterne. — Und mit blauem Licht bedeckt, glänzt der harte Schnee, überall erglitzert er, funkenübersät, — Und von fern, wie aus dem Traumland, kommen Schlitten her; durch die klare Ruhe klingt der Glockenton. — Näher kommt's und näher her durch den kalten Raum. Schwindet wieder und verstummt Es zerrinnt der Traum. — Aber wie im Zauber lang liegen Herz und Sinn. Zu der Schlittenglocken Klang zieht's mich hin.] 4* Fyn „Blym£n yn d£rner". Ny bisty gekymen, dy chüchgm, dy kalter Yn host mäne geter cyshtfirt, Mech plycling fyn tron ofn zib Stn himl Arynterggshlept of der 6rd. Mit lachn yn wicn mir hosty cypalmjSst, Düs shenste, wüs ech hob farmügt; Fyn harcn di gli'ndike, blfndike büder Mit kaltn lecünös farjügt Ict lig ech yn krechc in dem finster'n wistkejt Yn drej zech in dräftn fyn pän: Wös tojg mir dän emgs, gib shtraln, wüs nar'n, Abi nor a waremö shän* [Nun bist du gekommen, du kalter Kluger und hast meine Götter zerstört, und hast mich vom Thron im siebenten Himmel zur Erde hinuntergestürzt. — Mit Spott und mit Lachen hast du mein Schönstes eingesargt, die glühenden, blühenden Bilder mit kaltem Hohn aus dem Herzen gejagt. — Jetzt lieg ich stöhnend in finsterer Öde und winde mich in meiner Pein; Was soll mir deine Wahrheit, gib warmen, sefs trügenden, Strahlenschein.] 5. Fyn „Blymfin yn d6rner*. Es iz ggw6n a lechtmoment, A shtral fyn geterglik, Wüs drikt arän an ejbikkejt In kercn ojgnblik, Yn flatert derch yn flakert derch Yn kymt nit mer cyrik* Yn ech yn dy mir hobn lang In zychenfesh farbracht, Yn üpg§chülemt gance t£g Yn gance necht gewacht, Yn alc nüch jengm r£gale Fyn ziser frejd ggshmacht. Yn s iz gekymen yn farbä..... Ict blondzhen mir apart, Cyshejdt, in löbns finsternüsh. Doch ligt in bryst farshpart. Düs zise glik, wüs azoj lang Hob ech yn dy derwart [Es war ein Augenblick voll Glanz, ein Strahl vom Götterglück, der Ewigkeit zusammenpreßt in den kurzen Moment, vorbeiflattert und vorbeiflackert und nimmer wiederkehrt. — Und ich und du, wir suchten lang, verträumten die Tage, durchwachten die Nächte, schmachtend nach jenem Augenblicke süßer Freude — Er kam und schwand. Jetzt irren wir getrennt, allein im LebensdunkeL Doch in der Brust Hegt jenes süße, langerharrte Glück verwahrt ] 6, Fyn „BlymCn yn d6rner". Ariber iz düs krenkenesh, Wüs hot mech lang gSgalt, Un shmachtenesh, ün benkenesh Derman ech ir geshtalt. Nit wilndik, nit wisndik Ir bild shwSbt ymedym, Mech grisndik yn gisndik Derch harc yn zin parfym* Es iz nit di amülike, Wüs ff!6g in kalter brand