Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (15.6.1913)
- Article
- Fyn "Zymernecht."
- Date
- 1913-06-15
- Page
- Seite 189 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 64% known words query
- IRI
…/3119801-3119802-3119805-3120230--0296-3120336- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
188 Jiddische Dichtung III, Jehojesch Jüdische Dichtung, III. Jehojesch. (Siehe Aussprachebezeichnung auf Seite 200). 1, Fyn „Zymernecht * Upgetymlt hot der shtorem, Hot zän käs shojn ousgßlozn. Zise zymernachtmenyche Shmekt fyn bejmer yn fyn grüzn. Nit a zejcher fyn a wolkn..... Fyn di blüe himlbejtn Hejbn ün arouscyshprocn Touznt goldyn zilberkwejtn. Nor di berg in märew shtejen Finster shwarc wi tfisötorems Inewejnik fest farshlosn Lign üngökejt di shtorfims. [Aus „Sommernächte". — Verrauscht des Sturmes Wut, sein Zorn erloschen. Von Baum und Gras duftet die Ruh' der süßen Sommernacht. — Kein Wölkchen mehr. Den blauen Himmelsfluren beginnen tausend Gold- und Silberblüten zu entsprießen. — Die Berge nur im Westen stehen finster, schwarz wie Kerkertürme, In Kettenhaft geschlagen liegen drin die Stürme.] 2* Fyn „Zynfinyntergang*. A gancn tög hot of der zyn Der riznbarg gehart A gancn tfig ir lectn kysh Mit ymgeduld derwart. Ict kymt di glikleche minyt, Die zyn kymt shnel arüp. Yn bojleter yn shtolcer shtekt Der barg arous zän kop. Ot falt zi flamendik aryf Of ir gelibtns kark, Yn kysht mit hejser libösglut Ir chüsn-riz, dem barg. [Aus „Sonnenuntergang," — Die Sonne hat der Riesenberg den ganzen Tag erharrt, den ganzen Tag voll Ungeduld, den letzten Kuß ersehnt. — Jetzt kommt der Augenblick des Glücks, die Sonne senkt sich schnell. Und mächtiger und stolzer reckt der Berg den Kopf empor. — Da fliegt an des Geliebten Hals sie flammend hin und küßt mit heißer Liebe ihren Berg, den Riesenbräutigam.] 3. Shiitngleklech. Wäs bacojgn iz di weit Mälnwät arym. Angefrojr'n in der kelt Ligt di gögnd shtym. Der lewünes £r'nst bild Blejch yn ryik shtralt Yn di shter'n finkl'n mild, Frostigzis yn kalt* Yn fardekt mit blüen lecht Glanct der harter shnej Yn es glimcer'n gedecht Fynkn alerlej. Shlitns kymen fyn der wät, Wi fyn troumland ün, Derch dSm kiür'n ryikkejt Hilcht der glockenton. Yn alc n6nter, nenter kymt In dem kaltn roum, Dan w6rt schwacher yn farshtymt Yn s fargejt der troum. Ober wi farkishSft lang Bläbn harc yn zin. Nüch dem shlitnglocknktang Cit äs mech ahin.