Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 1 (April 1913)
- Article
- Jüdische Innenkolonisation in Galizien
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 46 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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in den letzten 40—50 Jahren erworben worden; denn bis zum Jahre 1867 war den Juden der Erwerb von Immobilien unmöglich. Die obige Zahl aber, und das ist uns hierbei das Wichtigste, zeigt, dass wir in Galizien grosse Strecken Jüdischen Landes vor uns haben, das einstweilen noch für jüdische Innenkolonisation benutzbar ist Eine derartige jüdische Innenkolonisation, die ohne Ankauf neuer Landstrecken vor sich geht, wird kaum mit dem Widerstand der nichtjüdischen Bevölkerung zu rechnen haben, — denn es handelt sich dabei ja nicht um neuen Bodenerwerb, sondern um eine bessere Parzellierung von Landstrecken, die sich bereits in jüdischen Händen befinden* Zum Glück verteilen sich die jüdischen Latifundien so günstig auf das Land, dass ö/ö von ihrer Fläche auf Ostgalizien entfallen. Hier leben bekanntlich % der gesamten galizischen Judenheit, und gerade in den Bezirken dichtester jüdischer Siedelung (Drohobycz, Stri, Kolomea, Tarnopol, Buczacz u. a.) befindet sich der stärkste jüdische Grossgrundbesitz. Es mangelt also nicht an den Vorbedingungen, um in Galizien eine erfolgreiche Innenkolonisation durchzuführen, — im Gegenteil; wir sahen, wie ihnen allen vollkommen Genüge getan wird. Was aber fehlt, einstweilen noch, das ist der organisatorische jüdische Willen* (Aus dem Jiddischen Manuskript übersetzt von Pinkus Barber) Die Krähe- Novelle von Arnold Zweig. Drei Tage nach Beginn des neuen Schuljahres, gegen Ende April um V2H Uhr, wurde der Tertianer Leo Saamen ungewöhnlicherweise zum Direktor seines Gymnasiums beschieden. Während er, künstlich gelassen, unter allgemeiner, etwas bösartiger Neugier auch des Lehrers das Klassenzimmer verließ, die Treppe hinunterging, und noch als er schon die Tür öffnete, grub er angestrengt und ziemlich verstört nach, was wohl gegen ihn »vorliege«; obwohl er sich schuldlos wußte, drückte ihn in der rasch vertrocknenden Kehle ein Reif von Angst, wie er