Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Article
- Die Auseinandersetzung mit der Assimilation
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 222 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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222 Vritz Mordecbai Kaufmann, Die Auseinandersetzung mit der Assimilation IHS^M||!i|l|][llltilj|i|il!ll]lll1'MlMlll[lUlinilllllll!t[ililll!li;MiNI!N!l auch dann noch wirksam sein mußte, als sie äußerlich bereits in der nationalen Bewegung mitgingen. Es charakterisiert diese Geistigkeit ein starkes, unbedingtes Rechnen mit allem, was Realität, gegeben scheint; mehr als ein Rechnen, ein Sichunterwerfen und Dienen; ein Intellekt, der sich gleich in der "Welt, und auch in der, die durch Zufall seine Welt ist, zurecht findet, und s*ch gegebenenfalls immer wieder nach ihr umschafft; dazu ein ^Ville^ der nicht nach innerlichen absoluten Impulsen, sondern nach der Zuversicht in die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Entscheidung sie trifft oder unterläßt Der Nationalismus der meisten Zionisten ist noch durchaus ^Villensrichtung dieses minderen Wertes — wer mag daran zweifeln? National sein aus innerstem Gebot heraus, den Teufel danach fragen, ob dem Ringen, zu dem uns das nationale Bekenntnis verpflichtet, ein Erfolg sein wird oder nicht, sich von allem grobem Zweckdienerischen befreien und die reine Idee nur ihrer Göttlichkeit, niemals ihrer Mittel wegen verwirklichen — dem offiziellen Zionismus, der in den Niederungen der Assimilation stecken blieb ist dies noch immer Verstiegenheit. Was ihn von jener trennt, das sind mehr oder weniger stark, logische Einsichten, denen freilich im Emotionalen bereits dumpfe Verschiebungen vorangegangen waren. Von dieser Dumpfheit bis zur stahlharten Bewußtheit der eigenen ethischen Mission, ist aber ein unendlicher Weg, den heute erst Einzelne hinter sich zwangen. Es ist darum nicht anders: solange das Geistige der meisten Zionisten sich von dem der Assimilanten nur um solch Geringes unterscheidet, wird die Auseinandersetzung dieser beiden nicht das sein, was allein sie aus dem Gezänk über Rentabilitätsfragen herausheben könnte: sittliche Entscheidung, Kampf der Menschen des jetzt erneuten uralten und grandiosen jüdischen Ethos gegen die Träger eines fremden Willens, Hier ist nur ein ^Veg: der Kampf muß zuerst und restlos im zionistischen Lager entschieden werden. Noch ist er hier nicht einmal angebahnt, und selbst die Erkenntnis, daß er unaufschiebbar und notwendig ist, lebt erst in Einzelnen* Entbrennen aber wird er dann, wenn der alte anmaßende Trugschluß mit seiner beruhigenden Selbstgefälligkeit für immer als Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker