Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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ist ein wahrer Heidenapostel, und ich will’s loben, wenn er mit heiler Haut davonkommt; noch vor 50 Jahren hätte man ihn eingesteckt; vor 100 noch ihn verbrannt — sollte man es in Europa nicht wieder bis zum Holzstoß bringen? Der Nutzen des blinden Glaubens wird von den Machthabern, wie ich fürchte, zu hoch angeschlagen. Sie sind leider so kurzsichtig nicht, einzusehen, in welche Schlingen sie sich verirren und wie bald sie wieder an den׳ Fäden eines schlauen Kirchenregiments die einfähigen Drahtpuppen spielen werden. Ist die Kirche die Seele des Staatsleibes und ist das Haupt der Kirche per defensionem irgend ein Dalai Lama? — Wo gibt es denn nun noch einen Staat mit seinem Rechte der Kirche gegenüber? Wo mag die Materie sich dem Geiste gegenüber berechtigt erweisen? Es sieht traurig um die menschlichen Verhältnisse aus, da man aus dem schönsten Glauben einer ממלכת כהגים die teuflische Hierarchie zu schaffen verstanden hat. Ich erwarte mit Ungeduld Herrn B. de Castro’s Ankunft, da er mir Ihre Antwort mitzuteilen versprochen hat. Sie werden nächstens meinen Namen unter den Mitarbeitern an der Neuen Jenaischen Literaturzeitung im theologischen (!) Fache auf geführt sehen, wozu mich die Direktion aufgefordert hat.5) Aus triftigen Gründen habe ich diese Einladung angenommen, und es soll nicht an mir liegen, wenn nicht der Wahrheit einiger Nutzen aus meinen Bemühungen erwüchse. Die Wahrheit soll nicht auf 264