Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3111067-3111128-3119357--8114-3119662- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
rieht der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Berlin 1936, p 21 sowie die ebd. Anm. 18 angegebene Literatur. 3) Daß Steinheims Stellung zu S. R. Hirsch und zur jüdischen Orthodoxie trotz gelegentlicher Anerkennung keineswegs positiv gewesen ist, ersieht man daraus, daß er seine eigene Stellung als ,,Weder rechts noch links, weder Rabbinist, noch Rationalist“ kennzeichnet. Direkt gegen Hirsch gerichtet sind Bemerkungen wie folgende: ״Ein talentvoller junger Rabbiner hat diesen Versuch gemacht, das durch Mendelssohn aus seiner Erstarrung erweckte und in Fluß geratene Judentum zurück ins alte Gleis zu lenken. Es mußte mißlingen, denn statt den Scheidebrief Mendelssohns zu vernichten, ignorierte er ihn, und statt dem Obsoleten mindestens ein anständiges Gewand zu leihen, kaprizierte er sich, ihm das altmodische wieder anzuziehen und fügte eine äußerliche Lächerlichkeit zur inneren Leere. Wie mochte er hoffen, dem Gesetze freiwilligen Gehorsam zu verschaffen, ehe die Wiedereinsetzung des Gesetzgebers erfolgt war? Was sollten die vorgehaltenen ,,Pflichten Jisroels“, solange dieses sich des Namens schämte. Hätte er vorher nur dem Gesetzgeber sein Ansehen zurückgegeben, das Gesetz wäre dann von selbst wieder in seine Würde eingetreten. Erst soll der Gott anerkannt sein, ehe wir seine unerklärlichen Gebote befolgen. Eine Autorität stützt sich entweder auf innere Macht oder äußeren Zwang, und beide waren auf diese Weise nicht zu gewinnen.“ (Offenbarung usw. Bd. II, 37.) 4) Im ״Telegraph für Deutschland“, ed. C. Gutzkow, 1839, Nr. 182, war ein ״Aufruf an die Israeliten Deutschlands“ zur Bildung von Komitees zwecks geldlicher Unterstützung ihrem Glauben treuer Israeliten, die ohne Taufe keine staatlichen Beförderungen bekommen konnten. Vgl. auch die Korrespondenz Steinheim—Rießer über die Zweckmäßigkeit dieser Komitees in Rießer: Ges. Sehr. I, 318, f. II. Altona, den 9. April 1841. Hochgeschätzter Freund! Der Herr Dr. C. Gutzkow, der im Begriff steht, nach Berlin, seiner Vaterstadt, auf einige Zeit abzugehen, will so gütig sein, Ihnen das Gegenwärtige 254