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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1938-01-01 · 31 (1938) · p. Seite 228

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
31 (1938)
Article
Zum Andenken an Leopold Zunz
Date
1938-01-01
Page
Seite 228 (sequence 6)
Language
German
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Nichtjuden; 4) die Geschichte der Juden in Sizilien, die in allen bisherigen Geschichtswerken übergangen ist. Auf mündliche und schriftliche Anfragen von nah und fern, von Beamten und Gemeindevorständen, von Gelehrten und Lernenden hat Zunz stets bereitwillig Auskunft erteilt; viele gedruckte Werke liefern die Beweise. Zunz war Mitglied der im Jahre 1845 behufs Ausführung des § 39 des Edikts vom 11. März 1812 von seiten des Cultusministers ernannten Commission, um über Gemeinde- und Schul- Verhältnisse sich gutachtlich auszusprechen. Diese und ähnliche Dienste erfolgten unentgeltlich. Seit März 1845 erhält Zunz von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ein Jahresgehalt von 300 Talern ״als Anerkenntnis der Verdienste, die er durch seine wissenschaftlichen Leistungen um Juden und Judentum sich erworben und als Remuneration für solche Arbeiten, mit denen der Vorstand ihn betrauen dürfte“8 9). Die Deutsche Morgenländische Gesellschaft in Leipzig und das Institut d’Afrique in Paris haben ihn zum Mitgliede ernannt. Zunz hat übrigens nie um Auszeichnungen und Titel gebuhlt. ״Bei Sachkundigen, heißt es im Serapeum J. 1846 S. 45, gilt Zunz für den Boeckh, Grimm und Schaffarik seines Gebietes. Wer wie Zunz nicht nur die ersten Grundsteine zu einer Wissenschaft gelegt, sondem auch die Kelle in der einen, das Schwert in der anderen Hand, unverändert daran fortbaut, kann der Diplome der Akademien und des Lehrstuhls der Universitäten entraten“0). Infolge der Ereignisse des März, die auch den unterdrückten Juden auf ein Jahr die Gleichstellung brachten, 8) In A findet sich noch folgende später von Zunz gestrichene Stelle: ״seit 1855 (?) eine gleich starke Pension‘4. 9) In A nennt Zunz seine Schriften im Zusammenhang am Schluß der biographischen Skizze; einleitend dazu schreibt er: ״Zunz darf als Gründer der [jüdischen Literaturgeschichte, überhaupt] Wissenschaft des Judentums, d. h. der wissenschaftlichen Behandlung der jüdischen — bisher sogenannten rabbinischen — Literatur angesehen werden, und seine gesamte literarische Tätigkeit bildet eine Reihe von [Kämpfen] Arbeiten für Freiheit und Fortschritt [des Judentums].“ 228

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