Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3111067-3111128-3119354--8026-3119577- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
land, solch einer verborgenen Marranengemeinde angehörte. Samuel Cooper dürfte, als er 1656 das Cromwell-Bildnis malte, schon Christ gewesen sein, möglicherweise war er anläßlich seiner Heirat mit Christiane Turner zum Christentum übergetreten. Coopers Gattin war die Tante und Patin Alexander Popes, des Dichters des ,,Lockenraubs“, dem sie aus dem Nachlaß ihres Mannes Medaillen, Malgerät und Porträtskizzen vererbte und dem Lessing später gemeinsam mit Moses Mendelssohn eine Abhandlung widmen sollte. Im Jahre 1656 wären Samuel Cooper und Menasse ben Israel wohl einander begegnet, wenn der Meister noch Beziehungen zum Judentum unterhalten hätte: so haben wir von Cooper, der doch Kirchenfürsten wie den Erzbischof Gilbert Sheldom und den Bibelübersetzer George Abbot gemalt, keine Miniatur des berühmten Rabbi; aber kein Geringerer als Rembrandt und Coopers jüdischer Kunstkollege Salomo d’Italia haben ihn — der letztere im ersten jüdischen Kupferstich, der auf uns gekommen ist — im Bildnis festgehalten. Die Kunde von der jüdischen Abstammung der beiden Brüder Cooper verdanken wir der Gründlichkeit George C. Williamsons, des besten Kenners der englischen Bildnisminiatur, der um die Jahrhundertwende in schwedischen Archiven, und zwar in einer Einwohnerliste aus dem Jahre 1647, Abraham Alexander Cooper als Juden in Stockholm ansässig eingetragen fand. Ein bemerkenswerter Hinweis, da die erste jüdische Siedlung in 169