Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Neue Palästina-Ausgrabungen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 6)
- Language
- German
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der Universität Chicago fortgesetzten Grabungen konnte das früher für eine Tempelburg gehaltene Gebäude nach den Einzelfunden jetzt als ein Astartetempel des 10. Jahrhunderts erwiesen werden;5) an der Südostecke des Gebäudes war der bekannte Astartestern angebracht. Eine Fülle von weiblichen Sphingen für die Muttergöttin, Tonnachbildungen von Hörneraltären, Tierbildern und Kernoi mit aufgesetzten Gazellen, Tauben, Granatäpfeln und Weinkriigen zeigt deutlich, wie weit sich der Kult der vorderasiatischen Fruchtbarkeitsgötter in dieser Zeit auch in Israel ausgebreitet hat. Unter den Grundmauern des östlichen Baues wurde ein Skarabäus Ramses III. und der Bronzesockel eines Standbilds Ramses VI. entdeckt, nach denen sich die Stadt in der Mitte des 12. Jahrhunderts noch in der Hand der Pharaonen befunden zu haben scheint. Bald darauf muß sie, wie die Gebeine unbestatteter Menschen mit Brandspuren zeigen, ein jähes Ende gefunden haben. Bei den in den Jahren 1935/36 nach dem Rücktritt von P. L. O. Guy unter der Leitung von Gordon Loud fortgesetzten Grabungen wurden vor allem die tieferen Schichten genauer untersucht. Es zeigte sich, daß der Ort von etwa 2000 v. Chr. an ununterbrochen besiedelt worden ist. Ältere Gräber gehen jedoch bis in die Mitte des 4. Jahrtausends zurück. Im Südteil des Hügels wurden Häuserreste der Mittleren Bronzezeit und 5) Vgl. den interessanten Rekonstruktionsversuch von T, A. L. Concannon, ILN Nr. 4962 vom 26. 5. 1934, 836 AfO 10, 188 Abb. 11. 104