Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Neue Palästina-Ausgrabungen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 4)
- Language
- German
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In Jericho sind J. Garstang und G. M. Fitzgerald während der 5. Grabungskampagne in 7 Meter Tiefe auf chalkolithische Schichten und darunlerliegende Ablagerungen einer langen Zeitspanne gestoßen, die bis in eine Tiefe von 8 Metern reichen. Auf dem Boden dieser Schicht fand sich die Tonnachbildung eines bienenkorbförmigen Hauses und eine besondere Art von Feuersteingerät, das Parallelen in Kleinasien und im vorgeschichtlichen Griechenland besitzt; im obersten Stratum der Schicht lagen ägyptische Gegenstände aus der 1. Dynastie, nach denen der Beginn der palästinischen Bronzezeit nunmehr auf etwa 3300 v. Chr. datiert werden kann. Von der ersten Besiedlung des Teil es-Sultän, die auf Grund der neuen Funde bis zum Beginn des 6. Jahrtausends hinaufgerückt werden muß, bis 2000 v. Chr. ließen sich 17 Schichten unterscheiden, von denen die 10 untersten neolithisch waren; in der 11. Schicht fand man ein Heiligtum, dessen Anlage dem vorgriechischen Megaron entspricht; Wände und Böden waren mit rot bemaltem Putz überzogen; das Dach der Vorhalle wurde von 6 hölzernen Pfeilern getragen; zahlreiche Votivgaben in Tierform weisen darauf hin, daß hier eine alte Hirtengottheit verehrt worden ist. Die älteste Befestigung des Ortes dürfte nach Garstangs Ansicht erst in der Frühen Bronzezeit (um 2550 v. Chr.) entstanden sein. Die gewaltige Mauer, die in einer Stärke von 3,50 Metern den ganzen Hügel umschloß und von der noch ein 18 Meter langer Turm bis zu einer Höhe von 102