Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Neue Forschungsaufgaben für die Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3111067-3111126-3118954--7543-3119079- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wissenschaft muß in das Leben eingreifen, aber um zu wirken, muß sie vor allem Wissenschaft sein; denn unmöglich kann man seinen Standpunkt in dem Leben einnehmen und diesen auf die Wissenschaft übertragen; dann wirkt das Leben auf die Wissenschaft, nicht die Wissenschaft auf das Leben.“ 3) Es ist erstaunlich, wie sicher und stark jüdische Historiker sich diese Grundsätze streng objektiver Geschichtsforschung und philologisch-historischer Schulung zu eigen gemacht haben. Ein Blick auf die Reihe unantastbarer Gelehrtengestalten jüdischer Herkunft aus dem Kreise der Rankeschüler, etwa nur auf die Bearbeiter der „Monumenta“ oder der „Jahrbücher der deutschen Geschichte“, genügt, um diesen Anteil festzustellen. Auf dem eigenen Gebiet der jüdischen Geschichte dauerte es viel länger, bis sich die Rankesche Kühle einstellte.4) Als dann auch hier eine systematische Quellen- Edition5) einsetzte, hielt man sich vor einer vor- , 3) v. Srb'i k, zitiert von F riedr i ch Schneider, Neuere Anschauungen der deutschen Historiker zur Beurteilung der deutschen Kaiserpolitik des Mittelalters, 2. Aufl. Weimar 1936;, S. 20. 4) Ludwig Feuchtwanger, Zur Geschichtstheorie des jungen Graetz von 1846 (Nachwort zu Graetz, Die Konstruktion der Jüdischen Geschichte, Berlin 1986; S. 97—109). Die Literatur über jüdische Historiographie ist jüngst züsammengestellt von Guido Kisch, Research in medieval legal bistory of the Jews (namentlich Fußnoten 1 und 2) New York 1936 (Reprinted from the Proceedings, of the American Academy for Jewish Research, vol. VI, 1934—1935; p. 229—276). ■ ■■$). Bie Ranke’sche Schulung für diese Tätigkeit am sichtbarsten und bis heute vorbildlich in „Quellen zur Ge- 96