Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Lassalle, Arnold Mendelssohn und Joseph Mendelssohn
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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scheint mir besser, ein Buch, welches man drucken läßt, selbst wirken zu lassen. Daß Du noch immer so ganz außer Stande bist, für Dein Auskommen zu sorgen, bedaure ich lebhaft und es muß Dich wohl selbst betrüben. So lange Du bei Deinem Vater im Hause warst, ging es doch, wenigstens hast Du mir damals nicht so geklagt, ich hatte20) Dir auch wenig helfen können, da ich damals mit für Deinen Bruder27) sorgen mußte. Durch die Trennung vom Vater hast Du freilich viel größere Ausgaben bekommen und da Dein Bruder nun für sich selbst sorgt, so will ich gern für Dich tun, was ich kann. Du hast in diesem Jahr 150 Thaler von mir erhalten und kannst Dir von Alexander]28) für mich 100 Thaler geben lassen. Damit hat es aber für dieses Jahr ein Ende und ich kann mich nicht verpflichten, Dir auf lange Jahre hinaus so viel zu geben. Ich sage Dir dies unverhohlen und gerade heraus, damit Du es selbst wissest und damit Du es jedem zeigen kannst, der, wie Du sagst, nicht glauben will, daß ich Dir nicht so viel gebe, als Du zu haben wünschest. Du brauchst mich unter Deinen Verwandten in 20) Soll wohl „hätte“ heißen. 27j Wilhelm Mendelssohn, Auch von ihm sind einige Briefe im Nachlaß Lassalles vorhanden, aus denen hervorgeht, daß er Arnold nach dessen bürgerlichen Verunglückung mehrfach unterstützte, ihn dann aber völlig aus dem Gesicht verlor und auch von seinem Tod erst längere Zeit nachher erfuhr. Wilhelm war zur Zeit, als er diese Briefe schrieb (1856) Obermaschinenmeister in Ratibor. 28) Alexander Mendelssohn (1798—1871), Sohn Joseph Mendelssohns; er hat Arnold ebenfalls mehrfach unterstützt. 7 97