Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1931-01-01 · 29 (1931) · p. Seite 48

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
29 (1931)
Article
Zur Weltlage der Juden im 20. Jahrhundert
Date
1931-01-01
Page
Seite 48 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3111067-3111124-3118688--7233-3118768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

diese Wirtschaft zerstört und diese Zivilisation zum Zusammensturz gebracht wird. Blickt auf Mesopotamien, auf Sizilien, auf Nordafrika, und Ihr wißt, daß es nicht das erste Mal in der Weltgeschichte wäre, daß große Staaten mit hoher Zivilisation von der Karte der Geschichte gelöscht werden, daß heute nur ein paar verwilderte Hirten ihre Herden über die Stätten treiben, wo die beherrschenden Zentren des politischen und wirtschaftlichen Lebens der Welt gestanden haben. Aber vielleicht läßt sich dieses Schicksal doch noch von Europa abwenden. Wieder ist es, wie im Falle Neu-Seeland, nichts anderes als eine falsche theoretische (Jeberzeugung, die der schwerleidenden und furchtbar bedrohten Menschheit den Weg versperrt, der aus ihrer Not herausführen kann. Darüber möchte ich noch einiges sagen dürfen: Ich sagte, daß aller Nationalismus im bösen Sinne und als eine seiner Abarten aller Antisemitismus, der mehr ist als der unausrottbare Gruppenwiderwille, ein Schattenwurf oder wenn man will, eine besondere Ansicht des Kapitalismus ist. Und daraus darf man den Schluß ziehen, daß er, wie er mit dem Kapitalismus entstanden ist, so auch mit ihm vergehen wird. Und wir lebeh in der Götterdämmerung des Kapitalismus. Das ist es, was dem Bürger, der sich eine andere Ordnung als diese greuliche Unordnung nicht vorstellen kann, als der „Untergang des Abend- 48

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.