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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 167

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Berlin
Date
1927-01-01
Page
167 (sequence 2)
Language
German
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- 167 Schulchan-aruch wußte er nichts zu entgegnen. Unwissend und unbelehrt sah sich der Jude solchen Anklagen gegenüber. Sollte es also anders werden, so mußte zunächst dem Juden sein Judentum nahegebracht werden. Es galt, ihn zuerst zu einem bewußten Anhänger seiner Gemeinschaft zu machen und ihm das Rüstzeug für den Kampf zu geben: in der Kenntnis seinesSchrifttums. Aber nicht im engen Kreise weniger einzelner! Allen mußte eine Lehrstätte geschaffen, in populärer Form Aufklärung geboten werden, alle mußten lernen, wie grundlos die feindlichen Anklagen, alle überzeugt werden, daß die Sittengesetze Israels hoch und heilig und, wie zu allen Zeiten, auch heute noch Gültigkeit haben. Aus diesem Geiste heraus und auf diesem Boden erwuchsen die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur. im Lande und in seiner Hauptstadt. Berlin war nicht die erste Stadt, Köln, München waren vorangegangen, und bald folgten alle die kleinen und kleinsten Gemeinden im Reiche dem . tätigen Vorbilde. Der Gründungstag des Berliner Vereins ist der 2. Januar 1892. Von den Männern, die den Grundstein gelegt, verdient als erster genannt zu werden: Gustav Karpeles. Gustav Karpeles stand damals in der Vollkraft seines Lebens und Wirkens; er war nicht lange vorher von der Breslauer Hochschule, wo er sich besonders der Literaturwissenschaft gewidmet hatte, gekommen und war nun in die Gefolgschaft Ludwig Philippsons als Redakteur der „Zeitung des Judentums" getreten, zuerst als Mitarbeiter und nach dessen Tode (1900s als Nachfolger. Für den zu gründenden Verein brachte er ein reiches Wissen und eine echte große Begeisterung mit; er besaß ganz besonders neben dem vornehmen Takt, der ihn befähigte, stets das geeignete Thema zu wählen, auch eine glänzende Rednergabe, und dazu ein sanftes klangvolles Organ, Eigenschaften, wodurch er immer eine

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