Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 165 (sequence 27)
- Language
- German
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— 165 — Bachiller hat hier wohl den Sinn „studierter Mann", Baccalaureus. Silva nannte sich selbst aus Bescheidenheit in seinen Verteidigungs« Schriften „Unwürdig des Gottes Israel". rs) Medina, das., II, Kap. 4. 29) Ricardo Palma, Anales de Ta Inquisicion de Lima. Kap. 1. 3l) Da man im 17 Jahrhundert nicht mehr auf Pergament schrieb, so waren es möglicherweise nicht die Schriften des Dr. Silva, sondern ThoraroLen, die man mit ihm verbrannte. 22^ In seinem Werke „Conflicto y harmonias de las razas“, ^ap. VIII, sagt Sarmiento, der dieser Angelegenheit nicht auf den Grund gegangen ist, erstaunt: „Die Ketzer, welche man in Lima verbrannte, waren immer Portugiesen. Portugiese zu sein galt dort als eine besondere Art Ketzerei, die in Europa jedoch nicht auf dem Index stand." Sarmiento weiß eben nicht, daß in der Kolonialzeit des spanischen Amerikas „Portugiese" und „Jude" fast Synonyme waren 23) Medina, Inquisicion de Peru, Kap 23. 24) Das., Kap 24 und Palma, das., Kap. 14. Palma sagt in Einer Auflage seiner Annalen, daß Ana de Castro eine durch Tugenden ausgezeichnete und hochangeseh^ne Dame war, in einer anderen jedoch, daß sie die Geliebte des Vizekönigs gewesen sei. Aus den in Medinas Werke veröffentlichten Alten geht aber nichts hervor, Aras diese Behauptung stützt. 25) .judia jadaizante, convicta, negativa y pertinaz“ nennen sie die Prozeßakten. 26) <Ao berichtet Medina in seiner Inquisicion de Peru. Der Verfasser wandte sich an Ricardo Palma, der das Amt eines Bibliotheksoirektors in Lima bekleidet, mit der Bitte, ihm bei der Auffindung dieses Romanes behilflich zu sein. Der greise Gelehrte antwortete aber kategorisch: „Der Roman über Ana von Castro, von welchem mein Freund Medina berichtet, ist eine Torheit. Ich weiß nicht, wo man ihn auftreiben kann." 2?) Medina, das., Kap. 2t. 38) Vicuna-Macena, Lo que fue la inquisicion de Chile. 29) „C hapeton es" bedeut et ungefähr soviel wie ein „unbeholfener, unerfahrener Mensch", später in der Zeit der Unabhängigkeitskämp^e 'kam als Spottname für die Spanier das Wort „goctos" (Gothen) auf. 40) Vgl. was Sarmiento, das., Anmerkung 39 darüber sagt: „Kommt heute ein Europäer in ganz entlegene Teile der Pampas, so wird er unfehlbar von den Eingeborenen „mister" tituliert. Denn die ersten und oft einzigen Fremden, welche in diese Einöden kommen, sind meist Feldmesser und Ingenieure, dte Studien für Etwaige Eisenbahnen machen. Diese Leute find aber in Argentinien Hu 95°/o Engländer. 41) Sarmiento, das., Kap. 3.