Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 146 (sequence 8)
- Language
- German
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— 140 Duarte. Noch auf dem Scheiterhaufen erklärten sie vor allem Volke mit lauter Stimme, daß sie nach der Lehre Moses gelebt und im Glauben ihrer Väter sterben würden. Anders betrug sich ihr Gefährte, der Gastwirt Andres Rodriguez-Correo.") der mit ihnen zusammen verhaftet wurde, aber nach Anwendung der Folter seinen Glauben abschwor. Er kam mit gründlicher Auspeitschung davon und wurde auf drei Jahre zu endgültiger Bekehrung in ein Kloster nach Spanien geschickt. Dort gefiel es ihm offenbar ausgezeichnet, denn er legte das geistliche Kleid an und starb daselbst 1622 im Gerüche solcher Heiligkeit, daß über den Lebenslauf dieses peruanischen Schankwirtes uns aus der Feder von Geistlichen zwei Bücher überliefert sind. Das eine, vom Mönch Juan Damaro verfaßte, führt den Titel: „Wunderbares Leben des Gottesdieners, des Mönches Antonio de San Pedro, der durch Gottes Gnade zu Lima im Königreich Peru bekehrt wurde, und in Spanien sich durch Tugenden und seltsame Taten außerordentlich auszeichnete * (Cadiz 1670). Die zweite Biographie stammt von einem Mönche, der fich Andres de San Augustin nannte, und heißt: „Gottes Wunder bei dem verstocktesten Juden, bei dem Reuevollsten, einst in Jrrtümern Blindesten, später in Tugenden hochberühmten Büßer" (s. a e. l.) Außer diesem Gastwirte wurden in demselben Autodafö noch zwölf andere Marranen vorgeführt, gegeißelt und zu Kerkerstrafen verurteilt Neben einigen Aerzten und Bergwerksbesitzern gab es unter ihnen eine Anzahl Fuhrleute, auch einen Matrosen. Dieses mit ganz besonderem Pompe gefeierte Glaubensfest fand kurz vor Toresschluß statt, denn bald darauf traf das im vorigen Kapitel (Bd 26, S. 131) erwähnte Toleranzdekret auch in Lima ein, und erweckte erklärlicherweise auch hier nicht die Begeisterung des Jnquiütionsamtes. Dasselbe beantwortete erst nach Jahresfrist den Empfang der Kabinettsorder, indem es erklärte, daß es infolge desselben nur zwei Hebräer habe freilassen können, da die übrigen „leider" kurz vorher verbrannt oder anderweitig abgeurteilt worden waren.