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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 27

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1921-01-01
Page
Seite 27 (sequence 11)
Language
German
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— 27 — ^Annahme als eine karäische Fälschung erscheint. Bei ihrem ersten Auftreten: liebten es die Karäer, sich für die Nachfolger der Sadduzäer auszugeben, und an Fälschungensolcher Art ist ihr älteres Schrifttum ziemlich reich. Ein näheres Eingehen auf diesen Punkt ist hier nicht möglich. — Eine recht bedeutsame Arbeit hat Ed. Meyer in seinem großen Werk „Ursprung und Anfänge des Christentums" unternommen, von dem der erste Teil, „Die Evangelien" (Stuttgart, Cotta, M. 32,00, geb. 44,00), vorliegt. Es ist gleichgültig, ob der Verfasser in der Quellenkritik der Evangelien manches bringt, das aus früheren Forschungen bereits bekannt ist, zumal die Literatur darüber kaum zu übersehen ist. Jedenfalls sind die Probleme hier vom historischen und nicht vom theologischen Standpunkt behandelt, und das ganze erfährt eine wissenschaftlich-kritische Beleuchtung, die zu einer objektiven Würdigung der Vorgänge führt. Man wird über diese Arbeit nicht hinwegkommen können. Die Anfänge des Christentums behandeln auch folgende zwei Schriften: „The Pharisees and Jesns“ von A. Th. Robertson (New Aork, Scribner) und „Der Prozeß Jesu in rechtsgeschichtlicher Beleuchtung" von F. Doerr (Stuttgart, W. Kohlhammer, M. 6,60). Die Untersuchungen in der letzteren Schrift erscheinen nur vom Gesichtspunkt des „als. ob" verständlich, d. h. wenn man den in den Evangelien widerspruchsvoll überlieferten Prozeßgang als geschichtliche Tatsache hinnimmt, wobei man allerdings aus den Wirrwarr der Widersprüche und Unmöglichkeiten gar nicht heraus kommt. Für die Josephusforschung ist eine größere Arbeit von R. Laqueur „Der jüdische Historiker Flavius Josephus" (Gießen, Münchowsche Verlagsbuchh., M.33,00) von Interesse und von vielem Nutzen. Sie bietet eine kritische Analyse der Josephus-Schriften, die anregend wirkt und jedenfalls beachtet werden muß. Aber gerade die beiden wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung bleiben unannehmbar: die Behauptung, daß die bekannte Interpolation über das Auftreten Jesu echt sei und von Josephus selbst in einer „zweiten Ausgabe" seiner

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