Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 21 (1918)
- Article
- Aus Maximilian Missons "Reise nach Italien", Leipzig 1713
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 4)
- Language
- German
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— 111 — ffehen, wie nemlich die teufel und schweine^^) mit ihnen -spielen. Ich habe vergessen, zu schreiben, daß der kleine LilNoniuns nur 28 Monat alt gewesen, als er gemartert worden " *) / * S. 190 f.: „Ich besinne mich auch in dieser kunstkammer sdes Grafen Mascardo in Veronas ... gesehen zu haben ... Ein überaus scharffes Messer von stein13), welches einige Juden brauchen, um damit die vor dem achten tage verstorbene kinder beschneiden ... in Italien aber ists gar gemein, daß die kinder unbeschnitten begraben werden, oder wenn es ie noch geschieht, so thun sie es mit einem Messer von rohr"), die gewöhnliche beschneidung aber wird mit einem stählernen messer verrichtet. **) S. 372 f.: „. . . . von den Judensynagogen [nt Venedigs deren sind in allem sieben, welche so Wohl in *) „Rigord, ein Medicus und geschicht-schreib er Philippi Augusti, Königs in Franckreich, meldet unter andern, daß im jahr 1180 gegen das Osterfest die Juden zu Pariß einen knaben von 12 jahren, nahmens Richard, eines bürgers sohn, mit ruthen elendiglich zuhauen und hernach gekreutziget; Man habe aber die schuldigen nach verdienst wieder hingerichtet, und alle Juden aus dem gantzen Königreich verbannet, den jungen Richard aber oauoulsiret; wie solches auch Du.rn.oiit, der continuator der Chronick Sigeberti, Robert G-aguin, Ludwigs des XII Biblothecarius, ingleichen Duplex und viel andere beträfftigen. DJe^era^ aber sagt, König Ludw.ig, mit dem beynahmen Rüttln, habe sie wieder ins Königreich auffgenommen; Allein, nachdem sie beschuldigt worden, daß sie die brunnen und quellen vergifftet, währen sie im Jahre 1321 aufs ewig daraus nochmahls verbannet worden. Welches edict noch bis dato seine trafst hat." **) „Joseph Scaliger15) sagt, es würde von etlichen Juden die Vorhaut den lindern mit dem finger-nagel abgeknippen, andre machen nur einen kleinen schnitt, und reisten das übrige vollends -.ab, zu London und Rom aber habe ich gesehen, daß sie ein scheermester darzu gebrauchen." \ 12) Vgl. Kaufmann, „Die Sau von Wittenberg", in seinen „Gesammelten Schriften", herausgegeben von Brann, I, Frankfurt u. M. 1908, S. 161 ff., wo jedoch Frankfurt nicht genannt-Jvird. 13) Vgl Schulchan ArUch, Joreh Deah 263 8 5. faß) u) Diesen italienischen Brauch erwähnt Lampronn) TlND prW Buchstabe Ö S. 90 d ff., Buchstabe N S. 32 a, nicht. 1 15) Berühmter Philologe 1540—1609.