Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 91

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Briefe von, an und über Mendelssohn
Date
1917-01-01
Page
Seite 91 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3111067-3111106-3117194--5545-3117314
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

91 Mer macht sein Bild ihr Schrecken O so wolle Zephir gleich Sie mit einem Kusse Wecken, Und den Dienst verdank ich euch!.... Freilich liegt in den Worten Ist her heart be by finding it a dream eine Zärtlichkeit, die nicht süßer und feiner sein kann, und die Zeile „und den Dienst verdank ich Euch" nicht ganz ersetzt, aber der, der die sanftere Empfindung zuerst gehabt hat, behält billig den Vorzug, auch in der Vollkommenheit des Ausdrucks. Könnten Sie mir nicht zugleich den englischen Verfasser des Liedchens bekannt machen? Ich las es in „Pour et contre" und habe, da ichs zuerst nachahmte, nur den Plan davon behalten. Von diesem Engländer hätte ich lieber ein ganzes Bändchen als von Joung. Was macht doch unser Lessing? Alle Welt sagt mir, er sei in Berlin, und aus Berlin selbst höre ich, nichts von ihm. Zweimal schrieb ich ihm nach Breslau,, das letzte Mal gab ich den Brief einem Herrn von Bismarck mit, der mir geschrieben hat, daß er ihn selbst abgegeben. Sagen Sie ihm doch, daß er meine Misanthropie durch sein Stillschweigen nicht vermehren möchte. Herr Meinhardt, der Verfasser von Versuchen über die italienischen Dichter ist bei Ihnen. Jtzig könnte sich verewigen, wenn er. ohne daß man wüßte, woher es käme, ihm 10 000 Thaler zuschickte, mit der Bitte, in Berlin zu bleiben und nicht nach Kopenhagen zu gehen. Sagen Sie dem ebenso liebenswürdigen als geschickten Mann,, dem Herrn Grafen Moltke meine besten Grüße, sagen Sie dies sich selbst und unfern Freunden. Gleim. Auf dem Briefumschlag: Franco Herrn Moses Mendelssohn zu Berlin abzugeben bei dem Jüdischen Kaufmann H. E. Bernhard. Siegel erhalten. Es ist sehr merkwürdig, daß in diesem Briefe von 160 Jahren die Träger zweier vor einigen Jahrzehnten so berühmt gewordenen Namen erwähnt werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.