Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 36)
- Language
- German
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50 In den Bereich der jüdischen Literatur gehört auch die neue, mit kritischer Sorgfalt veranstaltete Ausgabe der Briefe von und an Heine: „Heinrich Heines Briefwechsel", herausgegeben von F. Hirth (1. Band). Heines innige Beziehungen zum Judentum, das ihn zeitlebens beschäftigt und mit dem er, wie ich mich Wohl ausdrücken darf, bis zu seinem Tode gerungen hat, sind zur Genüge bekannt. Sie kommen auch in seinem Briefwechsel zum Ausdruck, weshalb die Briefe des Dichters nicht nur für das Verständnis seines Lebens und seiner Dichtung vön großem Interesse sind, sondern auch für das des modernen Judentums, das in Heines Weltanschauung einen breiten Raum einnimmt und durch seine geniale Auffassung in eigenartiger Form erscheint. Die Briefe sind zum ersten Mal in solcher Vollständigkeit und mit solcher Genauigkeit veröffentlicht; sie bilden eine willkommene, mit großem Danke aufgenommene Gabe für die Verehrer des Dichters. Im Folgenden sollen die neusten Erscheinungen aus dem Gebiete der hebräischen Sprachforsch u n g zusammengestellt werden. Es muß aber hervorgehoben werden, daß sich grade hier für die Berichterstattung der Krieg sehr fühlbar macht. Vieles erscheint in der letzten Zeit in England und in Amerika, zum Teil auch in Rußland (in hebräischer- Sprache). Seit Monaten sind wir nun von diesen Ländern abgeschnitten, und wir erfahren auch von dem nichts, was dort in den letzten Wochen vor dem Kriege auf den Büchermarkt gekommen ist. Die in der jüngsten Zeit unter den osteuropäischen und palästinischen Juden eingetretene Bewegung, das Hebräische wieder zu einer Muttersprache zu beleben (über diese Bestrebung selbst kann hier nichts gesagt werden), hat eine Arbeit von I. D. B l u m b e r g in hebräischer Sprache gezeitigt: „Ha-dibbur ha-ibri" (das hebräisch Sprechen nach talmudischen Quellen). Zu akademischen Uebungen und zum Selbstunterricht im