Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Aus meiner Knabenzeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 1)
- Language
- German
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MS rr1£1n£r SA inabpnzpil. Von Professor A. Berliner. §s bedarf wohl keiner besonderen Versicherung, daß mich bei dieser Darstellung nicht der Gedanke geleitet habe, mein Lebensgang sei etwa von solcher Bedeutung, daß es wert erscheinen müßte, ihn von seinem Beginne an kennen zu lernen. Was mir dieses Mal die Feder in die Hand drückt, ist etwas anderes. Begnadet mit einem starken Gedächtnisse, das mich auch in meinem gegenwärtigen Lebensalter, von dem des Psalmisten Wort gilt, ״und wenn bei Kräften achtzig Jahre" nicht verlassen hat, kann ich bis dahin, wo ich am frühesten die Schwelle des Bewußtseins betrat, mit Sicherheit zurückdenken. Wenn ich hierfür jenes Gleichnis in den Sprüchen der Väter (II, 11) von der verkalkten Zisterne, die keinen Tropfen verliert, anwenden darf, so kann ich zugleich auch auf das andere Gleichnis (V, 18) von dem Schwamme, der alles in sich aufnimmt, hinweisen. Denn ich habe überall gehört, oft gehorcht, wo und was man im Kreise der Erwachsenen sprach, auch Wenn es, wie meistens, über den Horizont meiner Begriffe hinausging. Erst später gelangte mir manches - zum klaren Bewußtsein, was die Erinnerung an bereits früher Gehörtes in mir wachrief oder wo ich den ursprünglich empfangenen Stoff zur weiteren Entwickelung zu führen Gelegenheit fand. Wenn ich daher jetzt aus meiner Gedächtniskammer verschiedene Sachen und Sächelchen in oft buntem Gemisch auszukramen versuche, so wird doch