Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Barkochba
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 44)
- Language
- German
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163 Akiba. Selbst wenn kein staatlich Band das Volk mehr hält, So wird es sichtbar als Gemeinde. Den Gottesstaat habt ihr zerstört, er wird Erweitern sich zum Gottesreich der Welt- Jerusalem erobert sich die Welt! Nicht blos Judäa wird dann Zion Preisen, Von Zion ragt der Völkertempel auf, Geweiht dem Einz'gen, aller Menschen Vater! R u f u s. Du scheinst mir Romas Weltreich zu verhöhnen, Doch soll den Sieger nicht der Zorn entstellen. Ich geb' Dir einen Rat, es ist der letzte: Nur Jupiter kann euch vom Tode retten! Akiba. Latz mich im Gleichnis Dir die Antwort geben! Einst stand ein Fuchs am Bach, aufmerksam folgend Unruh'gen Fischen, die, die Netze scheuend, Sich aneinander drängten. Liebe Fische! So sprach der Fuchs: Kommt nur zu mir ans Land, Und vor den Netzen seid ihr alle sicher. Die Fische aber sagten: Armes Füchslein, Das man das schlaue, kluge Füchslein nennt. Du bist ein Falscher oder bist ein Tor! Denn sieh'! In unserm eignen Element Sind wir nicht sicher, könnten wir es sein In einem fremden Element? O Rufus! Verlassen wir die Gotteslehre, so Verlassen wir das Lebenselement! Rusus. Nun, euer Lebenswasser leg' ich trocken, Denn all' den Wirrwarr dankt ihr eurer Lehre! Des Kaisers Wort erhält jetzt andern Sinn: Anstatt Quietus geb' ich euch den Rufus! Den Tod setz' ich für jeden, den man ferner, «sei es als Lehrer, sei's als Jünger antrifft. /' 11*