Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Barkochba
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Barkochba. Nach allem, was gescheh'n, sollt ihr so tief Gesunken sein, noch Wunder zu begehren? Saht ihr der Wunder nicht, als fünf von euch An hundert schlugen? Habt ihr's nicht geseh'n. Als eurer Tausend Myriaden jagten, Die fliehend in einander wirbelten. Wie Stoppeln vor dem Sturm? A b i r a m. Die Zeit der Wunderzeichen ist vorüber. Was uns erkennbar mache den Messias, Das lehrte uns vor Zeiten der Prophet, Und darauf wies auch grade Jochanan, Mein teurer Lehrer: „Siehe, Gottesfurcht Ist seine Triebkraft, darum richtet er Nicht nach dem Anschein, nicht nach dem Gerede Verurteilt er, den Schwachen und Geringen Gewährt er Recht, mit seines Mundes Geißel Trifft er den Bösewicht und den Verräter." (Zu Barkochba.) Mißtrauisch späht' ich Deinen Wegen nach. Ob Du der Gottgesandte seiest. Nun, Bezwungen hast Du, Herr, all mein Bedenken — Des Lehrers Wort hat sich bei Dir erfüllt! Mit allen jubl' auch ich Dir freudig zu! Jochanan ben Torta. Nimm nicht die Krone des Messias! (Ab.) Barkochba. Die Freiheit zu erkämpfen, war die Ford'rung. Da ich sie löste, nennt ihr mich Messias. Genug, wenn ich des David Reich errichtet! Ich sehe im Messias einen Diener — Ein Sohn des Volkes will ich sein, nicht mehr. Nicht weniger! Aus meinem Volk sog ich Die Kraft, und meinem Volk geb' ich sie wieder! A b i r a m. An dem Verheiß'nen mess' ich Dich, Barkochba! Kommst Du ihm gleich, bist Du es, der Messias!