Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 25)
- Language
- German
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45 N. Birnbaum, „Ausgewählte Schriften zur jüdischen Frage" (2. Band). In russischer Sprache sind erschienen: „Jüdische Frage, zusammengestellt in der Kanzlei der vereinigten Adelsgesellschaft"; „Die jüdische Frage" von D. Goworow;. „Die Rechtsgleichheit und die jüdische Frage" von A. Liprandi; „Die jüdischen Gesetze die Andersgläubigen betreffend in.antisemitischer Beleuchtung" von H. A. Pereferkowitsch. Die zuletzt genannte Schrift des bekannten jüdischen Gelehrten in Rußland enthält eine Abwehr antisemitischer Verleumdungen, die jetzt im Stile der westeuropäischen Schmähungen gegen das Judentum im russischen Reich stark verbreitet sind. Ein trauriges Zeichen der Zeit ist das. „Handbuch der russischen Gesetze, die Juden betreffend", von M. P. My sch (Nachtrag 1903—1909). Die verschiedenen Ausnahmebestimmungen und Drangsalierungen der Juden in Rußland werden euphemistisch mit dem Wort „Gesetz" bezeichnet. Gegen diese moderne Ghettopolitik wendet sich eine Schrift des bekannten jüdischen Schriftstellers I. Hessen: „Gesetz und Leben (Wie haben sich die beschränkenden Gesetze über die Ansiedelung der Juden in Rußland ausgebildet)." Nochsindzu erwähnen:„Sammlung von Abhandlungen betreffend die soziale und kulturelle Geschichte der Juden in Rußland" (2. Band). Eine sehr brauchbare Arbeit, die auch einen wissenschaftlichen Wert hat, ist die in deutscher Sprache erschienene Darstellung: „Jüdisches Genoffenschaftswesen in. Rußland" von A. Hillmann (Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden, Heft 8). In das Gebiet der jüdischen Kulturgeschichte gehör! die Schrift von M. H. Friedländer, „Das Leben und. Wirken der Juden in Oesterreich in vormärzlicher Zeit". In dieser Monographie werden verschiedene Vorgänge aus dem Gemeindeleben, aus dem Erziehungs- und Unterrichtswesen und aus dem Privatleben (Gebräuche bei Verlobungen, und Hochzeiten, bei Kindergeburten, in der Synagoge, Sabbat, und Feiertage) kulturgeschichtlich geschildert. Einen Blick in das Privatleben einer jüdischen Familie im Anfang des 17. Jahrhunderts gewährt uns die überaus interessante Veröffentlichung „Jüdische Privatbriefe aus dem Jahre 1619" von A. Landau und B. Wachstein. Das jüdische Kultur-