Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 18 (sequence 5)
- Language
- German
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18 leicht am besten die Unmöglichkeit, die Hauptdogmen des Christentums der religiösen Anschauung des Judentums anzupaffen. Eine Auseinandersetzung mit dem von ihm vorgetragenen Thesen behalte ich mir für eine andere Gelegenheit vor. * * * Auf dem Gebiet der jüdischen Religionsphilosophie sind folgende Schriften zu erwähnen: D. Neumark schrieb „The Philosophy of the Bible". Von der klassisch zu nennenden deutschen Übersetzung der Schriften Philos, die vor einigen Jahren von bewährten Philo-Forschern in Angriff genommen wurde, ist jetzt der 3. Band erschienen. Er enthält die philonischen Schriften: „Allegorische Erklärung des heiligen Gesetzbuches", Buch I—III (übersetzt von I. Heinemann), „Über die Cherubim" (übersetzt von dem inzwischen verstorbenen verdienstvollen Herausgeber L. Cohn), „Über die Opfer Abels und Kains" und „Über die Nachstellungen" (beide übersetzt von H. Leisegang). Der Fortgang dieses wertvollen literarischen Unternehmens ist erfreulicherweise durch den Beitritt neuer Mitarbeiter gesichert. Einen Beitrag zur Kategorienlehre des Mittelalters lieferte I. I. E fr os: „The problem of space in jewish mediaeval philosophy". Die Spinozaliteratur, die noch immer im Anwachsen begriffen ist, hat zwei weitere Schriften zu verzeichnen: „Zum Charakter Spinozas" (Verfasser nicht genannt). Das mit vielem Geschick angelegte, auch für die Laienwelt leichtverständliche und deshalb allen Freunden der Philosophie zu empfehlende „Spinoza-Brevier" von A. Lieber! ist in 2. Auflage erschienen. In der veränderten Einleitung ist manches ergänzt, das in der 1. Auflage vermißt wurde. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur eröffnet eine „Sammlung ausgewählter Vorträge", als deren erstes Heft ein recht belehrender, fesselnd gehaltender Vortrag von L. Stein, „Die Juden in der neueren Philosophie unter besonderer Berücksichtigung Hermann Cohens", erschienen ist.