Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 14 (1911)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 11)
- Language
- German
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31 gonie und der biblische Schöpfungsbericht" von A. Kirchner. Diese Schrift gibt sich als ein Beitrag zur Apologie des biblischen Gottesbegriffes und sie setzt sich sehr verständig und überzeugend mit jenen Arbeiten auseinander, die die Schöpfungserzählung durchaus als ein Plagiat aus dem bekannten babylonischen Schöpfungsepos hinstellen wollen. Wenn auch etwas verspätet, da der Panbabylonismus zusehends aus der Mode kommt, ist doch die Lektüre dieses Büchleins zu empfehlen, da es sehr beachtenswerte Gesichtspunkte aufstellt. Dasselbe Thema behandelt M. Pussama in seinem Schristchen „Systeme cosmogonique d’accord avec. le recit biblique“. H. Hilprecht gibt in seiner Schrift „Der neue Fund zur Sintflutgeschichte" einen wertvollen Beitrag zu diesen Forschungen. Nach seiner Auffassung haben wir es hier mit einem sehr alten Dokument zu tun, das noch aus der Zeit vor Hammurabi stammt. Wenn sich dies bestätigen sollte, was allerdings eine noch heftig umstrittene Frage ist, wird dieser Fund geradezu eine Umwälzung in der Forschung über das Sintflutepos herbeiführen. Von den „Alttestamentlichen Studien" B. D. Eerdmanns' ist der 3. Teil (Das Buch Exodus) erschienen. Eine sehr gründliche und die gesamte einschlägige Literatur mit großem Fleiß behandelnde Arbeit ist das größere Werk „Deuteronomium, eine literatische Untersuchung" von A. F. Puuko. Der Verfasser beschäftigt sich eingehend mit der Frage des Thorafundes im Zeitalter Josijas, die er kritisch beleuchtet. Eduard König, der bekannte konservative Bibelforscher, setzt sich in seinem Buch „Das alttestamentliche Prophetentum und die moderne Geschichtsforschung" recht lebhaft mit den Vertretern der Assyriologie und den heutigen Geschichtsschreibern auseinander. Wenn er auch in manchenEinzelheiten vielleicht zu weit geht, so hat er unzweifelhaft recht, indem er das Haltlose in der Darstellung des Prophetentums durch die meisten Assyriologen nachweist, die in der Jagd nach Konjekturen und sensationellen Hypothesen geradezu Unglaubliches leisten. In manchem allgemeinen Geschichtswerk, das für die Laienwelt bestimmt ist, sind Be-