Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Christentum und Judentum
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 12)
- Language
- German
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70 Neues Testament. Was will uns scheiden von der Liebe Gottes? . . . Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben .... mag uns scheiden von der Liebe Gottes. (Römer 8, 35. 38-39.) Aber Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit durch seine große Liebe, damit er uns geliebt hat. (Epheser 2, 4.) Altes Testament «ud nachbiblische Schriften. Für ewig ist Gottes Liebe gegründet, gleich dem Himmel hat seine Treue ewige Dauer. (Psalm 89. 3.) Berge weichen, Hügel wanken, aber meine Liebe weicht nicht von dir, mein Heilsbund wankt nicht, so spricht, der dich liebt, der Ewige. (Jesaia 54, 10.) Ich lasse meine Allgüte an dir vorüberziehen und nenne mich dir mit meinem Namen: Ewiger! Ich begnadige, wen ich begnadigen will, und erbarme mich, wes ich mich erbarmen will. Gott ist barmherzig und gnädig, langmütig und groß in Liebe und Treue; er bewahrt die Liebe bis ins tausendste Geschlecht und vergibt Vergehen, Frevel und Sünde; aber ungestraft läßt er nichts, er ahndet das Vergehen der Väter qn den Kindern und Kindeskindern, am dritten und vierten Geschlecht.') (H. Mose 33, 19; 34. 6-7.) l) Die Vergehen der Väter werden nur an den Kindern geahndet, die ebenfalls in den sündhaften Wegen wandeln (Sanhedrin 27 b), denn nicht sollen Väter der Kinder wegen und nicht Kinder der Väter wegen gestraft werden, jeder büße seine eigene Schuld. (V. Mose 24, 16.)