Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3111067-3111084-3113868--2311-3113946- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
57 Felix Pincus behandeln mit großer Sachkenntnis ein leider bisher nur wenig angebautes Feld. Materialien zur ökonomischen Lage der jüdischen Kolonien in Palästina giebt E. Etting er. Ein vortreffliches Werk gegen die Rassenvorurteile hat I. Fin ot unter dem Titel: L« prejnge des raees geschrieben. Nicht übergangen werden dürfen aber vor allem zwei Sammlungen von Essays und Aufsätze des russischen Philosophen Ach ad H aam unter dem Titel: Am Scheidewege, von I. Friedländer übersetzt, und die Ausgabe der jüdischen Schriften des sozial-radikalen Publizisten Moses Heß, die Theodor Zlocisti herausgegeben und eingeleitet hat. Beide Werke verdienen die höchste Beachtung. Sie fordern ebenso oft zur Zustimmung wie zum Widerspruch heraus, sie spiegeln über auch getreu unsere Sorgen, unsere Kämpfe und Hoffnungen wieder. Ein Bild von den verschiedenen, nebeneinander hergehenden, oft sich kreuzenden und zuweilen auch wirr durcheinanderfließenden Strömungen der neuen Literatur geben die einzelnen Sammlungen, Unternehmungen, Projekte, Zeitschriften und Sammelwerke wieder, an denen der aufmerksame Beobachter keineswegs vorübergehen darf. Da ist zunächst der Plan eines groß angelegten Quellenwerkes zu verzeichnen, das unter dem Titel: Moirameiita Judaica unter Mitwirkung namhafter protestantischer und katholischer Gelehrten erscheinen soll. Die Monumenta werden zerfallen in zwei Hauptabteilungen, deren erste, die Bibliotheca targumica, sämtliche Primärübersetzungen des alten Testaments, zum ersten mal ins Deutsche übertragen, enthalten soll, während die zweite, die Monumenta talmudica, jene wesentlichen historischen Stellen und Quellen des Talmud, die zur Geschichte des Altertums in irgend einer Beziehung stehen, gleichfalls zum erstenmal ins Deutsche übertragen, umfassen wird. Als Herausgeber stehen an der Spitze der Momunenta je ein Vertreter der protestantischen, katholischen und jüdischen Theologie. Wie wir vernehmen, ging der Plan zur Herausgabe der Moniimenta von den Professoren Wünsche und Delitzsch aus, während der